Archiv des WHKT-Reports

Der WHKT-Report erscheint monatlich und gibt Auskunft über für das Handwerk relevante Themen aus Wirtschaft, Politik und Bildung.

Jahrgang 2020

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AUSBLICK AUF EIN WICHTIGES JAHR

2020 wird ein wichtiges Jahr für das nordrhein-westfälische Handwerk. Immer noch ist die konjunkturelle Lage außergewöhnlich gut. Das positive Geschäftsklima in den allermeisten Handwerksbetrieben sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass zentrale Herausforderungen zu meistern sind.

»Fachkräftesicherung«, »Digitalisierung«, »Innovation« und »Nachhaltigkeit« sind nicht nur wohlfeile Überschriften aktueller politischer Debatten, sondern es ergeben sich daraus sehr handfeste Anforderungen an die Betriebe und Organisationen des Handwerks.

Für ihren Weg in die Zukunft brauchen die rund 192.000 Handwerksbetriebe in NRW bestmögliche Rahmenbedingungen. Diese gilt es im Dialog zwischen Wirtschaft und Politik praxisnah zu gestalten: Damit junge Leute den Weg ins Handwerk finden. Damit aus digitalen Herausforderungen echte Chancen für die Betriebe werden. Und weil für die Lösung der Probleme unserer Zeit, wie den Klimaschutz, qualifizierte Handwerkerinnen und Handwerker gebraucht werden.

Konkret arbeitet der WHKT derzeit zum Beispiel an einer Position zum Thema »Künstliche Intelligenz«. Was bedeutet dieses Thema eigentlich fürs Handwerk? Welche Potentiale bietet es und wie lassen sich diese erschließen? Fragen, auf die Antworten gefunden werden müssen. Nur so lassen sich passende Kompetenzen im Handwerk auch frühzeitig ausbilden. Klar ist: KI erreicht alle Branchen – früher oder später.

Ein weiterer Schwerpunkt in 2020 ist die Fortführung der Arbeit an der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Hier konnte zwar in den letzten Jahren bereits viel erreicht werden, am Ziel sind wir allerdings längst nicht. Angesichts des sich verschärfenden Fachkräfte- und Arbeitskräfteengpasses sind Prozesse notwendig, die zu einem Weiterdenken führen und den nachhaltigen Wert handwerklicher Aus- und Weiterbildung in der Gesellschaft stärken.

 

Was 2020 wichtig wird:

Vorhaben der Europäischen Kommission u. a. Klimagesetz und KI
Zu den bis Ende März 2020 geplanten Vorhaben gehört u. a. ein Klimagesetz, welches das Ziel der Klimaneutralität der EU bis 2050 rechtlich festschreibt und die Rahmenbedingungen des Übergangs formuliert. Außerdem wird die Europäische Kommission im Februar einen europäischen Ansatz für künstliche Intelligenz skizzieren. Es geht um Vertrauen in KI, um Sicherheit, Rechenschaft, Transparenz und die Ziele, für die KI eingesetzt werden soll.

Mit Spannung erwartet: Neue KMU-Strategie
Vom Handwerk mit besonderem Interesse erwartet wird die neue KMU-Strategie. Sie soll am 04.03. veröffentlicht werden, zeitgleich mit einer europäischen Industriestrategie. Das Handwerk erwartet ein sichtbares und operationalisierbares Bekenntnis der Europäischen Kommission zu übergreifenden Themen wie bessere Rechtssetzung und KMU-Definition sowie konkrete mittelstandspolitische Ansätze bei großen Herausforderungen wie Klimaschutz, nachhaltiges Wirtschaften und Digitalisierung.

Aktionsplan Kreislaufwirtschaft der Europäischen Kommission
Nachhaltiges Wirtschaften steht im Zentrum des Aktionsplans Kreislaufwirtschaft. Brachte der erste Aktionsplan, der Ende 2015 vorgelegt wurde, vor allem eine Überarbeitung des europäischen Abfallrechts, verspricht der zweite insbesondere Neuerungen in der Produktpolitik. Diese bergen teils Potenzial für das Handwerk, teils erhebliche Gefahren. Potenziale könnten sich ergeben, wo Mindestanforderungen an Reparaturfähigkeit und Wiederverwendbarkeit Qualitätsprodukte fördern. Gefahren sind zu befürchten mit Blick auf bürokratische Lasten. Dabei geht es um die Rückverfolgbarkeit einzelner Komponenten, um Informationen in der Lieferkette sowie um Lebenszyklusanalysen, die Verbrauchern verlässliche Informationen über die Nachhaltigkeit von Produkten geben und damit die Kaufentscheidung erleichtern. Was gut gemeint ist und zielführend klingt, droht das Kind mit dem Bade auszuschütten, weil die Aufwände für Kleinserien und Einzelfertigungen nicht darstellbar sind.

Umsetzung des Berufsbildungsmodernisierungsgesetzes
Das veränderte Berufsbildungsgesetz bringt Neuerungen mit sich, die für das Verwaltungshandeln der Kammern einige Auswirkungen haben. Viele Fragen sind noch offen, einige Konkretisierungen werden durch Bundesverordnungen und BIBB-Hauptausschussempfehlungen im Laufe dieses Jahres erwartet. Zeugnisse, werden umgestellt, Prüfungsausschüsse zum Teil neu berufen, Ausbildungsverträge anhand der neuen Regelungen auf Eintragungsfähigkeit überprüft etc.

Rechtliche Verankerung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR)
Da man sich rechtlich nicht auf den zwischen Bund und Ländern vereinbarten Deutschen Qualifikationsrahmen beziehen kann, sollen Wege gefunden werden, wie dieser rechtlich in der Bundesrepublik verankert wird.
    
LABB-Empfehlung zur Verschiebung des Anmeldezeitpunkts für vollzeitschulische Bildungsgänge erwartet
Der Landesausschuss für Berufsbildung (LABB) befasst sich mit der Forderung insbesondere aus der Wirtschaft und von der Arbeitsverwaltung, den Anmeldezeitpunkt für Bildungsgänge an Sekundarstufe II – Schulen zeitlich nach hinten zu schieben, um die duale Erstausbildung zu stärken und mehr offene Ausbildungsplätze besetzen zu können. Derzeit erarbeitet der Unterausschuss »Grundsatzfragen« eine Beschlussempfehlung und erörtert Details unter anderem auf der Grundlage einer Zusammenstellung des Schulministeriums der Anmeldezeitpunkte in allen Bundesländern.

Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung
Viele politische Maßnahmen sind notwendig, um eine Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu erreichen. Der WHKT wird im Jahr 2020 seine zwölf Jahre alte Grundsatzposition überarbeiten und aktuelle Vorschläge und Forderungen des Handwerks formulieren.

Attraktivität der beruflichen Bildung erhöhen
Das Thema steht im Ausbildungskonsens NRW hoch oben auf der Agenda. Weitere Ideen werden gesucht und Konzepte erarbeitet, um mittel- und langfristig zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung der beruflichen Bildung im Ansehen in der Bevölkerung zu gelangen.
    
Erfolgreiche Ausbildung von Geflüchteten mit integriertem Spracherwerb
Der WHKT plant, im Jahr 2020 eine Initiative anzustoßen, um eine einheitliche Rahmenregelung zwischen Kammern, Schulministerium und Arbeitsministerium zu vereinbaren, um die duale Ausbildung von Geflüchteten mit nicht ausreichenden Sprachkenntnissen für Betriebe erfolgreich gestalten zu können.

Fachkräftesicherung durch Zuwanderung aus Drittstaaten
Die Situation für Handwerksbetriebe auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften bleibt angespannt. Dabei sind es längst nicht nur die Betriebe im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe, die Lebensmittelhandwerke sowie die Bereiche Kälteanlagenbau und Sanitär, Heizung, Klima, die die Gewinnung von Fach- und Führungspersonal als große Herausforderung von heute und morgen ansehen. Die Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FKEG) verspricht ab März 2020 bei der Anwerbung, beruflichen Anerkennung und Beschäftigung internationaler Fachkräfte aus Drittstaaten ein Paket an Vereinfachungen. Wie diese wirken, welche neuen Strukturen hierfür entstehen und welche Chancen sich daraus insbesondere für die Handwerksbetriebe in NRW ergeben, gilt es gemeinsam mit den zahlreichen Akteuren im Blick zu halten.

Projekt ValiKom im Bundestag:

WHKT-Bildungsexperte in der Enquete-Kommission »Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt«

Am 13. Januar widmete sich die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages dem Thema »Neue Wege in neue Berufe? – Chancen und Risiken neuer Bildungswege«. Der Bildungsexperte und Geschäftsführer des WHKT, Andreas Oehme, wurde als einer von drei Sachverständigen zu der öffentlichen Anhörung eingeladen. Im Mittelpunkt standen die Fragen, welche Instrumente sinnvoll sind, um atypische Bildungs- und Berufswege und die dabei erworbenen Kompetenzen besser anzuerkennen, ob und wie Eingriffe in den freien Weiterbildungsmarkt im Kontext der geordneten und damit formalen Aus- und Weiterbildung gerechtfertigt seien und welche Konsequenzen eine abschlussbezogene Validierung im Berufsbildungssystem und am Arbeitsmarkt haben könnte.

In seinem Impulsvortrag stellte Herr Oehme als Projektleitung das von Kammern entwickelte und erprobte Validierungsverfahren aus den BMBF-geförderten Projekten ValiKom und ValiKom Transfer vor und beantwortete anschließend die vielfältigen Fragen der Kommissionsmitglieder zu Fragestellungen rund und die formale Bildung und die Validierung von informell und nicht formal erworbener Kompetenzen. Er zeigte auf, dass dieses Validierungsverfahren zwar einen neuen Weg eröffnet, sich aber in das Bildungssystem sehr passend einfüge und eine identifizierte Lücke schließe. Anhand von Fallbeispielen machte er deutlich, wie das Verfahren sogar dazu beitragen kann, die Teilnehmenden an die berufliche Bildung heranzuführen bzw. ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich zu verbessern. Andreas Oehme gab außerdem einen Überblick über bisherige Projektergebnisse, indem er unter anderem die Anzahl und den Erfolg der durchgeführten Verfahren, die häufigsten Berufe und Informationen zu den Teilnehmenden vorstellte. Auch betonte er, dass es nicht für alle dualen Berufe nachgefragt bzw. notwendig sei und die Sozialpartner eine wichtige Rolle in dem Zusammenhang spielen. Auf die konkrete Frage, wann sich das Projekt gelohnt habe, brachte er auf den Punkt, dass dies in der Schaffung einer rechtlichen Verankerung im Berufsbildungssystem liegt, um für zuständige Stellen auf der einen Seite und für Antragstellende auf der anderen Seite eine echte Verlässlichkeit zu schaffen.  

Die Stellungnahmen und Präsentationen der externen Sachverständigen sowie das Protokoll der Sitzung werden auf der Webseite der Enquete-Kommission veröffentlicht (https://www.bundestag.de/ausschuesse/weitere_gremien/enquete_bb#). Ebenfalls ist die Anhörung vom 13.01.2020 im Parlamentsfernsehen des Deutschen Bundestags als Video abrufbar unter https://dbtg.tv/cvid/7412085.

Mehr Informationen zu dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt »ValiKom Transfer« unter www.validierungsverfahren.de.

Zukunftsthema:

Krisenkommunikation

Rezo, Dieselskandal, Kundenbeschwerde: Krisenkommunikation kennt viele Themen und Formen. Sie betrifft Politik ebenso wie Unternehmen. Anlässlich des traditionellen Dreikönigsforums von Handwerk.NRW erläuterte der Hauptgeschäftsführer des WHKT, Matthias Heidmeier, dass Handwerksbetriebe zunehmend Bedarf sehen, systematisch Krisenpotenziale aufzuspüren, um diesen im Ernstfall professionell zu begegnen. Anlässe für Krisenkommunikation sind vielfältig. Soziale Netzwerke spielen hier eine Rolle. Doch der Umgang mit Bewertungen, mit Kundenkritik ist nicht alles. Die Risikoanalyse ist ebenso relevant für das Management innerbetrieblicher Veränderungsprozesse, so Heidmeier. Wenn ein Handwerksbetrieb die Digitalisierung seiner Prozesse vorantreibt oder eine Unternehmensnachfolge ansteht, kann das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verunsichern. Proaktive Krisenkommunikation bedeutet in dieser Situation, sich von Beginn an neben den »harten« Zahlen, auch mit der Beziehungsebene zu befassen, so Heidmeier, denn beim Handwerk steht der Mensch im Mittelpunkt. Die Jahrestagung der LGH, die sich an Betriebsberaterinnen und -berater richtet, wird sich im Mai 2020 dem Thema Krisenkommunikation widmen.

Jetzt mitmachen:

Wettbewerb DesignTalente Handwerk NRW 2020 unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Armin Laschet

Mit dem Wettbewerb DesignTalente Handwerk NRW 2020 bietet der Westdeutsche Handwerkskammertag jungen Handwerkerinnen und Handwerkern in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, ihre Kreativität und ihr gestalterisches Können zu entfalten und ihre hochwertigen Produkte einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren – und Preisgelder in Höhe von je 3.000 Euro je Themenkategorie zu gewinnen.  

Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Armin Laschet. Für die Feierstunde und Preisverleihung am 11.10.2020 in der Handwerkskammer Düsseldorf hat bereits NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart zugesagt, die Ehrung der Preisträgerinnen und Preisträger sowie aller Teilnehmenden des Wettbewerbes DesignTalente Handwerk NRW 2020 vorzunehmen. Begleitet wird der Wettbewerb von einer Ausstellung, in der vom 05. bis zum 25.10.2020 die nominierten Objekte sowie die Siegerobjekte zu sehen sind.

Zum  Wettbewerb DesignTalente Handwerk NRW 2020 können gestalterisch hochwertige Produkte in den Themenbereichen MÖBEL, SKULPTUREN, SCHMUCK, KLEIDUNG, MEDIEN, WOHNEN von den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern ab sofort unter www.designtalente-handwerk-nrw.de eingereicht werden.

Teilnehmen am Landeswettbewerb können alle  Gesellinnen und Gesellen in einem Handwerksberuf in NRW, die nach dem 01. Juni 2020 ihren 31. Geburtstag haben. Die Unterlagen zur Vormerkung bzw. Anmeldung sind wieder unter www.designtalente-handwerk-nrw.de online gestellt. Es sind lediglich Fotos der Wettbewerbsarbeit einzusenden. Anmeldeschluss ist der 01. Juni 2020.

Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie zur Anmeldung finden Sie unter www.designtalente-handwerk-nrw.de.

Neu erschienen:

Broschüre »Das handwerkliche Sachverständigenwesen« in aktualisierter Fassung 2019 verfügbar

Der Westdeutsche Handwerkskammertag hat die Broschüre »Das handwerkliche Sachverständigenwesen« überarbeitet und die aktualisierte Fassung 2019 als Download unter www.whkt.de -> Downloads -> Publikationen -> Publikationen der WHKT/LGH Schriftenreihe online gestellt.

Die Broschüre mit allem Wissenswertem rund um das handwerkliche Sachverständigenwesen trägt nun an zahlreichen Stellen der geänderten Gesetzeslage Rechnung und wurde um neue Musterverträge ergänzt. Insbesondere das Thema »Widerrufsrecht« des privaten Auftraggebers, soweit dieser als Verbraucher bei der Beauftragung des öffentlich bestellten Sachverständigen des Handwerks anzusehen ist, und die Differenzierung, unter welchen Voraussetzungen der öffentlich bestellte Sachverständige des Handwerks überhaupt nach der Rechtslage verpflichtet ist, auf diese Widerrufsmöglichkeit hinzuweisen, sind nun in dem Abschnitt »Besonderheiten des Privatgutachtens« erläutert.

Verschiedene Muster einer Widerrufsbelehrung, eines Widerrufsformulars und einer Erklärung zum vorzeitigen Erlöschen des Widerrufsrechts sind als Anlage in der Broschüre für den öffentlich bestellten Sachverständigen des Handwerks beigefügt. Zudem wurden auch die Anforderungen nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) an den öffentlich bestellten Sachverständigen des Handwerks aufgegriffen und ein Muster zur Information zur Verarbeitung personenbezogener Daten aufgenommen.  

Die Broschüre bietet einen guten Überblick über das handwerkliche Sachverständigenwesen und richtet sich als Handreichung an alle, die sich mit dem Gedanken tragen als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer tätig zu sein.

Personalia:

WHKT-Ehrenpräsident Willy Hesse zum Ehrenbürger der Stadt Arnsberg ernannt

Dem langjährigen WHKT-Präsidenten und Ehrenpräsidenten der Handwerkskammer Südwestfalen Willy Hesse wurde mit dem Ehrenbürgerrecht die höchste Auszeichnung der Stadt Arnsberg im Rahmen des Neujahrsempfangs verliehen. Damit würdigte der Rat der Stadt mit seinem einstimmigen Votum die besonderen Verdienste, die sich Willy Hesse in den vergangenen Jahrzehnten erworben hat.

Willy Hesse, von 1999 bis 2019 Kammerpräsident der Handwerkskammer Südwestfalen sowie von 2010 bis 2016 Präsident des WHKT, wurde damit für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

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Vorwort


Liebe Leserinnen und Leser,

wer hätte vor zwei Monaten gedacht, dass Deutschland im laufenden Jahr die größte Rezession der Nachkriegszeit erleben würde? Das schöne Frühlingswetter der vergangenen Wochen passte so gar nicht zur wirtschaftlichen Talfahrt, die auch das Handwerk erlebt. Es wird weitere Rückschläge geben. Drei Phasen des Krisenmanagements müssen wir für eine sachgerechte Diskussion wohl voneinander unterscheiden:

  1. Akute Krisenhilfen: Die NRW-Soforthilfe gehört zum Beispiel dazu. Sie hat sich als Instrument in der Not weitgehend bewährt. Weitere Akut-Hilfen werden nötig sein, denn viele Branchen werden diese Krisen zeitversetzt spüren (z.B. das Bauhandwerk). Andere wiederum sehen weiterhin kaum Perspektiven für das laufende Jahr (z.B. der Messebau).
  2. Mittelfristige Konjunkturimpulse: Ohne staatliche Investitionen wird es nicht gehen. Wenn ganz Märkte zusammenbrechen, können auch wettbewerbsfähige Unternehmen nicht bestehen. Aufträge der öffentlichen Hand sind keine Subventionen! Hier brauchen wir in diesem Sommer spürbare Investitionen in Bildung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die auch dem Handwerk helfen können, die Rezession zu überstehen.
  3. Langfristige Strategien aus der Talsohle: Damit Handwerksbetriebe aus eigener Kraft wieder zu wirtschaftlicher Stärke finden, darf man ihnen keine neuen Belastungen aufbürden, das Gegenteil ist richtig. Die Betriebe brauchen Rückenwind für Innovation und digitale Wege in die Zukunft. Ein entschiedenes Vorgehen bei der Entbürokratisierung kann helfen, gerade den kleinen Betrieben des Handwerks Rückenwind zu geben. Doch klar ist auch: es werden bereits harte Verteilungskämpfe geführt. Die Rechnungen für das Krisenjahr werden bezahlt werden müssen.

Alles in allem werden die Debatten der kommenden Monate wohl deutlich härter. Dass es Deutschland bisher geschafft hat, besser als andere durch die Corona-Pandemie zu kommen, sollte Mut machen. Das Handwerk hält zusammen.

Bleiben Sie gesund!

Ihr

Matthias Heidmeier
Hauptgeschäftsführer
 

»Handwerk goes AI«:

WHKT positioniert sich zur Künstlichen Intelligenz

Artificial Intelligence (AI) oder Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Thema, das für das Handwerk von besonderer Bedeutung ist. Mit dem Beschluss eines Positionspapiers auf der WHKT-Vollversammlung am 20. April 2020 machen die Handwerkskammern deutlich, dass die Chancen aus der Digitalisierung noch viel stärker genutzt werden müssen – auch, um aus der Corona-Krise erfolgreich hervorzugehen.

Klar ist, dass die Handwerksbranchen in ihrer Breite von KI profitieren und ebenso in vielfältiger Hinsicht betroffen sein werden.

Die Kammern positionieren sich wie folgt:

1. Das Handwerk erwartet von der Landesregierung, in die KI-Diskussion und Entwicklung intensiv einbezogen zu werden, da diese Schlüsseltechnologie erhebliche, im Zweifel disruptive Veränderungen und Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe hat.

2. Die Handwerksorganisation muss dieses Thema wirtschaftspolitisch mit der Landes- und Bundesregierung aufgreifen und im Hinblick auf die Förderung des Mittelstands und die Diskussion um förderliche Rahmenbedingungen thematisieren.

3. Das Handwerk will sich ebenfalls einmischen, um die ethischen, sozialen und insgesamt gesellschaftspolitischen Auswirkungen intelligenter Algorithmen zu thematisieren und die Rahmenbedingungen im Sinne einer menschenfreundlichen und personenzugewandten Nutzung mitzugestalten.

4. Die Handwerksorganisation sieht sich in der Verantwortung, die Handwerker*innen in Aus-, Fort- und Weiterbildung mit KI vertraut zu machen und wird eine entsprechende curriculare Weiterentwicklung auf breiter Front anstoßen, um die Qualifikationsstrukturen und -angebote an die mit dem Einsatz von KI verbundenen Herausforderungen anzupassen.

5. Die Handwerksorganisation muss in ihren eigenen Prozessen (z. B. im Bereich der Gewerbeanmeldung und der Handwerksrolle oder beim Management der Eintragung von Ausbildungsverträgen) KI-Anwendungen etablieren, durch welche die Bürokratiebelastung für die Mitgliedsbetriebe reduziert wird.

6. Die Handwerksorganisation sieht sich in der Verantwortung, das Thema KI in die Betriebe zu tragen, Good Practice-Beispiele zu verbreiten und Chancen und Auswirkungen mit Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen sowie der Wissenschaft zu thematisieren und Lösungen im gegenseitigen Einvernehmen zu finden.

 

Der WHKT zeigt in seinem knapp 4-seitigen Positionspapier auf, wo die Künstliche Intelligenz im Handwerk bereits genutzt wird und welche Anwendungsfelder zukünftig zu erwarten sind. Das Positionspapier ist auf der Webseite des WHKT abzurufen unter www.whkt.de/presse-aktuelles/stellungnahmenpositionen oder kann per Mail angefordert werden bei martina.scharla@whkt.de.

Von bundesweit besonderer Bedeutung:

Ausbildung von »Geprüften Restaurator/innen im Handwerk«

Nicht nur der Brand der Kathedrale von Notre-Dame de Paris hat gezeigt, wie wichtig die Arbeit handwerklicher Restauratoren ist. Es ist von besonders hoher Bedeutung, die historischen Handwerkstechniken zum Zwecke der Denkmalpflege für die zukünftigen Generationen zu erhalten. Die erst im Dezember 2019 bundeseinheitlich geschaffene Fortbildungsprüfung »Geprüfte/r Restaurator/in im Handwerk« für 15 Handwerke ist die Spitze der Fortbildung für Handwerksmeister*innen für den Kulturgütererhalt und unverzichtbar. Es ist auch Aufgabe der öffentlichen Hand, diese hochspezialisierte und aufwendige Qualifizierung zu erhalten und sich an den Kosten dafür zu beteiligen.

Die Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertages hat am 20.04.2020 ein Positionspapier unter der Überschrift »Zum Kulturgütererhalt – der Beruf „Restaurator/in im Handwerk“« verabschiedet. Dieses steht auf der Webseite des WHKT unter www.whkt.de/presse-aktuelles/stellungnahmenpositionen/ zum Download bereit und ist mit dem Stichwort »Restaurator« erhältlich per Mail an martina.scharla@whkt.de.

Die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld e.V. befasst sich seit rund vier Jahrzehnten mit dieser Restauratorenausbildung. Großartige Rahmenbedingungen schafft der Lernort Schloss Raesfeld als »national bedeutendes Kulturdenkmal«. Rund um die in der ehemaligen Vorburg und auf dem zugehörigen Bauhof eingerichteten Spezialwerkstätten hat sich Schloss Raesfeld zu einem Kompetenzzentrum für das restaurierende Handwerk entwickelt. »Schloss Raesfeld« gilt heute auch weit über das Handwerk hinaus als Synonym für ein Bildungskonzept, das die besondere Verantwortung des Handwerks in den Fokus stellt, und zwar für Bau- und Handwerkskultur, für die Bewahrung und Weitergabe alter Handwerkstechniken, für die Erhaltung und Restaurierung des Kulturerbes und für die Wertschöpfung und Nachhaltigkeit handwerklicher Tätigkeit. Seit den 1990er-Jahren führt die Akademie in enger Abstimmung mit den beiden NRW-Landesdenkmalämtern das bewährte Bildungskonzept mit den beiden Schwerpunkten »Denkmalpflege« (fachübergreifende Theorie für alle Handwerke) und »Restaurierung« (fachrichtungsspezifische Handwerkstradition und Restaurierungsmethoden im jeweiligen Handwerk) durch.

»Anpacken. Perspektiven schaffen.«:

WHKT veröffentlicht Fortschrittsbilanz 2019 

Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) hat im Rahmen seiner 182. Vollversammlung am 20. April 2020 den NRW-Spitzenvertretungen der Handwerkskammern seinen Bericht für das Jahr 2019 unter dem Titel »Fortschrittsbilanz 2019« vorgestellt.

Uns war es wichtig, neben den Aktivitäten im Geschäftsjahr 2019, auch die Perspektiven in den einzelnen Themenbereichen in den Fokus zu nehmen. Denn: Wir verstehen unsere Arbeit als Interessenvertretung der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern nicht als Momentaufnahme, sondern immer als Prozess, der die Zukunft gestaltet. Dies gilt umso mehr mit Blick auf die Corona-Krise, die alle Lebensbereiche verändert. Nur mit einem zukunftsorientierten Ansatz werden wir dieser Entwicklung gerecht.

Die umfangreiche Publikation gibt unter der Überschrift »Anpacken. Perspektiven schaffen.« Auskunft über die Leistungen und das Engagement des WHKT im Jahr 2019. Dabei prägten die Megathemen Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit unsere Arbeit mehr und mehr.

Die Corona-Pandemie ist mitten in die Erstellung der Bilanz hineingebrochen. Sie hat Politik, Wirtschaft, das gesamte Miteinander und auch unsere Arbeit bereits entscheidend verändert. Der WHKT stellt sich seiner Verantwortung in der Krise. Wir arbeiten mit unserem Team und unseren Partnern tagtäglich daran, das nordrhein-westfälische Handwerk bestmöglich in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Mit einem Überblick über die vom WHKT eingeleiteten Maßnahmen zur Krisenbewältigung beginnt deswegen unserer Fortschrittsbilanz.

Die »Fortschrittsbilanz 2019« des WHKT steht auf unserer Webseite unter https://www.whkt.de/downloads/publikationen/ oder unter folgendem Link als Download zur Verfügung: https://www.whkt.de/owncloud/index.php/s/0P8vp0jMEHeao5e

Corona-Krise:

Planungssicherheit für Friseurhandwerk und Fußpflege

Friseure dürfen ab dem 4. Mai 2020 ihre Salons unter strengen Hygiene- und Infektionsschutzstandards wieder öffnen. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) plant hierzu eine Änderung der Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO), deren Standards u.a. gemeinsam mit dem Friseur- und Kosmetikverband NRW erarbeitet wurden.

Die Pressemeldung des MAGS dazu finden Sie unter https://www.mags.nrw/pressemitteilung/gesundheitsministerium-schafft-planungssicherheit-fuer-friseurhandwerk-und.

Corona-Krise:

»Stufenweise« Öffnung der Überbetrieblichen Bildungszentren (ÜBS) unter klaren Rahmenbedingungen

Bislang waren nach der Coronaschutzverordnung öffentliche und private außerschulische Bildungseinrichtungen in NRW, aber auch bundesweit, geschlossen. Nun ist als Ausnahmeregelung eine erste Öffnung zum einen für Abschlussjahrgänge in der dualen Ausbildung und zum anderen für Lernende aus der Höheren Berufsbildung, die bis zum 31.10.2020 ihre Prüfung ablegen, wieder ermöglicht, sofern die vorgeschriebenen Hygienestandards eingehalten werden können. Dazu zählen der Abstand von 1,5 m zu anderen Lernenden und Ausbildenden sowie die Beschränkung auf nicht mehr als eine Person pro zehn Quadratmeter Raumfläche in Werkstätten oder Unterrichtsräumen. Wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern im Einzelfall nicht sichergestellt werden kann, haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verpflichtend eine textile Mund-Nase-Bedeckung (zum Beispiel Alltagsmaske, Schal, Tuch) zu tragen.

Durch diese Regelung können Auszubildende noch vor ihrer Abschluss- beziehungsweise Gesellenprüfung fehlende überbetriebliche Ausbildungslehrgangswochen nachholen und z. B. unterbrochene Meisterschulen fortgesetzt werden.

Die Regelung ist in der Allgemeinverfügung des Gesundheitsministeriums NRW vom 27. April 2020 mit Wirkung zum 28. April 2020 veröffentlicht (https://www.mags.nrw/sites/default/files/asset/document/200427_internet_av_ueberbetriebliche_bildungsstaetten.pdf).

Wann weitere Öffnungen für ÜBS ermöglicht werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Nahezu wöchentlich werden die Entwicklungen der Corona-Infizierten beobachtet, ausgewertet und ggf. neue Entscheidungen getroffen. Der Gesundheitsschutz bleibt zu Recht oberste Priorität.

Europa:

Planänderung wegen Corona

Die Corona-Pandemie beeinflusst massiv auch die Planungen auf europäischer Ebene. Das betrifft konkret zum Beispiel die deutsche Ratspräsidentschaft, die zum 1. Juli 2020 beginnt. Hier wird Corona nicht nur Sitzungsabläufe und Veranstaltungsformate beherrschen. Es wird die Präsidentschaft auch inhaltlich dominieren. Im Vordergrund wird voraussichtlich die Frage stehen, wie die wirtschaftliche Erholung europäisch zu organisieren ist. 

Planänderungen betreffen zudem das erst Ende Januar vorgelegte Jahresarbeitsprogramm der Europäischen Kommission. Dessen Zeitpläne sind teilweise überholt, teilweise sollen Maßnahmen angesichts der Pandemie bewusst zurückgestellt werden. Voraussichtlich Anfang Mai 2020 legt die Europäische Kommission eine überarbeitete Fassung des Arbeitsprogramms vor. Wünschenswert ist, dass bei allen Maßnahmen die Folgen für Handwerk und KMU noch eindringlicher abgeschätzt werden. Das gilt für Potenziale ebenso wie für Belastungen. Möglicherweise müssen auch Maßnahmen vorgezogen werden. So erscheint es beispielsweise sinnvoll, die eigentlich für 2022 geplante Überprüfung des Beihilferechts vorzuverlegen. Vorübergehende Vereinfachungen des Rechtsrahmens waren Voraussetzung dafür, dass Leistungen wie die Soforthilfe an Unternehmen gezahlt werden können. Die beihilferechtlichen Rahmenbedingungen können die wirtschaftliche Erholung erheblich beeinflussen.

Am weitreichendsten aber sind Planänderungen, die für den 6. Mai 2020 erwartet werden. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat für diesen Tag die Vorlage eines neuen Vorschlags für einen mehrjährigen Finanzrahmen, also den Haushalt für die Jahre 2021–2027 angekündigt. Dabei geht es um große Themen wie die Finanzierung der wirtschaftlichen Erholung Europas und die Bedeutung des »Green Deal«. Zugleich beeinflusst der Haushalt möglicherweise aber auch spürbar Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen, denn ein erheblicher Teil der Haushaltsmittel fließt bisher in die so genannte Kohäsionspolitik, im Handwerk vor allem über die Programme EFRE und ESF bekannt. Die Frage steht im Raum, inwiefern zur Bewältigung der Pandemie Verschiebungen anstehen, sei es, dass Mittel gekürzt werden, sei es, dass sich thematische Schwerpunkte verschieben.

Ausbildungskonsens NRW:

Berufliche Ausbildung im Fokus

Nachdem die Soforthilfe, das Kurzarbeitergeld, Kreditprogramme und andere Hilfsmaßnahmen zur Sicherung des Betriebsbestandes in den letzten Wochen im Vordergrund der Arbeit aller Institutionen standen, rücken nun sehr wichtige Fragen rund um Ausbildung und Prüfung wieder in den Fokus.

Der WHKT befasst sich gemeinsam mit den Partnern im Ausbildungskonsens mit der Frage der erfolgreichen Ausbildung bis zur Prüfung aufgrund der corona-bedingten Einschränkungen. Ebenso werden Überlegungen angestellt, wie Insolvenzlehrlinge ihre Ausbildung fortsetzen können, welche Hilfen es für Betriebe geben könnte und inwieweit Bildungsträger eine wichtige Rolle spielen könnten. Der Ausbildungskonsens NRW möchte und muss auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Natürlich steht auch das Ausbildungsjahr 2020/2021 im Mittelpunkt der Gespräche. Gleichwohl ist zum jetzigen Zeitpunkt eine Prognose noch viel schwieriger als in allen Vorjahren, da die Unsicherheiten in der Wirtschaft und in der Gesellschaft insgesamt besonders groß sind. Jedoch blickt das Handwerk zum jetzigen Zeitpunkt hinsichtlich der Ausbildung nicht pessimistisch in die Zukunft.

Projekt ValiKom Transfer:

Projektarbeit geht weiter dank digitaler Lösungen

Die Corona-Pandemie stellt auch das Projekt ValiKomTransfer vor neue Herausforderungen. Die Projektkammern bieten ein Validierungsverfahren an, dessen Kernelemente die Beratung der Teilnehmenden und die Bewertung ihrer beruflichen Kompetenzen sind. Die Beratung findet vorwiegend persönlich statt. Allerdings haben viele Kammern bereits vor der Corona-Krise Erfahrungen mit Beratungen per Mail, Telefon oder Video gemacht. Die Kompetenzbewertung, die durch Berufsexpertinnen und -experten durchgeführt wird, wurde bisher ausschließlich persönlich durchgeführt, was derzeit aus Infektionsschutzgründen nicht vorgesehen ist. In Online-Meetings haben die Projektkammern Lösungen erarbeitet, um auch während der Krise die Durchführung von Verfahren vorantreiben zu können. Im Hinblick auf die Beratung der Teilnehmenden profitieren die Kammern von den vorhandenen Erfahrungen mit E-Mail-, Telefon- und Video-Beratungen. Diese Möglichkeiten werden nun verstärkt genutzt.

Die Kompetenzbewertung digital durchzuführen, ist in den meisten angebotenen Berufen nicht möglich. Das betrifft insbesondere die Zuständigkeitsbereiche des Handwerks, der Landwirtschaft und der Industrie. Für Berufe, die hauptsächlich am PC ausgeübt werden, ist dies vorstellbar. Ende März wurde daher von einer Projektkammer erstmals eine digitale Kompetenzbewertung im Beruf Kaufmann/frau für Büromanagement erprobt. Mithilfe eines Tools, das Videotelefonie, das Teilen des Bildschirms und den Austausch von Dokumenten ermöglicht, konnte eine Teilnehmende während der Kompetenzbewertung durchgängig von dem Berufsexperten und dem Kammermitarbeiter beobachtet und ihre Arbeit bewertet werden. Weitere Kammern prüfen, ob es in den nächsten Wochen möglich ist, ebenfalls Testläufe für digitale Fremdbewertungen in diesem und anderen »PC-Berufen«, wie Mediengestalter/in durchzuführen. 

Auch projektinterne Veranstaltungen werden nun digital umgesetzt, soweit dies möglich ist. Eine Schulung neuer Projektmitarbeiterinnen wurde Anfang April 2020 erfolgreich als Videokonferenz durchgeführt. An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt »ValiKom Transfer« sind 11 Handwerkskammern, 17 Industrie- und Handelskammern, 2 Landwirtschaftskammern, das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) sowie der WHKT beteiligt.

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Gemeinsam gegen den Virus kämpfen – gerade jetzt für das Handwerk da sein


Liebe Leserinnen und Leser,

angesichts der aktuellen Entwicklung der Ausbreitung des Corona-Virus spüren wir alle jeden Tag mehr: Wir befinden uns derzeit in einer absoluten Ausnahmesituation. Und wir stehen erst am Beginn dieser Krise. Wichtig ist, dass wir – trotz allen Herausforderungen – handlungsfähig bleiben.

Es geht für das Handwerk jetzt um zwei Dinge: Erstens müssen wir alles tun, um mitzuhelfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Zweitens müssen wir als Handwerksorganisationen gerade jetzt – unter schwierigen Bedingungen – für die Betriebe da sein. Jeden Tag geraten nun mehr Betriebe unverschuldet in eine Notlage.

Der WHKT kümmert sich gemeinsam mit der LGH um eine bestmögliche Krisenkoordination. Eine Service-Hotline auf Landesebene ist freigeschaltet. Wir haben zu den wichtigsten Themen Informationspools eingerichtet. Gleichzeitig sind wir im permanenten Austausch mit den Organisationen des Handwerks. Wir geben jetzt schnell unsere Bedarfe an die Politik weiter. Die gemeinsame Erklärung des Gesamthandwerks von gestern Abend zeigt das. Die Betriebe brauchen jetzt (!) unbürokratische Finanzhilfen.

Trotz allem: Wir werden diese Bewährungsprobe gemeinsam meistern.

Bleiben Sie gesund!

Ihr

Matthias Heidmeier
Hauptgeschäftsführer

Krisentelefon und zentrale E-Mail-Adresse ab sofort erreichbar

Der WHKT und die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) haben eine zentrale, landesweite Service-Hotline für alle nordrhein-westfälischen Handwerksorganisationen eingerichtet. Über diese Hotline können konkrete Anfragen aus den Handwerksorganisationen sowie den handwerklichen Bildungseinrichtungen zum Umgang mit der Krise und ihren Auswirkungen gesammelt werden, um diese gebündelt an die zuständigen Stellen, wie etwa Landes- und Bundesministerien, mit dem Ziel zu übermitteln, schnell praxisnahe Lösungen zu finden.

Krisentelefon für Handwerksorganisationen und Bildungszentren des Handwerks in NRW:
0211 300 77 22
 

Handwerksbetriebe wenden sich mit ihren Anliegen an ihre zuständige Handwerkskammer, an ihre Innung beziehungsweise an ihren Verband.


Zentrale E-Mailadresse, um Meldungen aus dem Land zum Thema zu sammeln:
corona@whkt.de

Corona-Krise:

Gemeinsame Erklärung von HANDWERK.NRW zur Bekämpfung des Corona-Virus

Die Ausbreitung des Virus verlangsamen. Den Betrieben mit Sofortmaßnahmen jetzt helfen.

Die Ausbreitung des gefährlichen Corona-Virus stellt unser Land vor eine Bewährungsprobe ohne Beispiel in der Geschichte der Bundesrepublik. Wir müssen der Situation mit Konsequenz und Besonnenheit begegnen. Das nordrhein-westfälische Handwerk steht daher hinter den einschneidenden Maßnahmen, die Bund, Land und Kommunen ergreifen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Nur dadurch gewinnen wir die Zeit, die wir im Kampf gegen das Virus so dringend brauchen.

Wir appellieren an alle Betriebe und Organisationen des Handwerks, diese und weitere noch notwendige Maßnahmen zu unterstützen und umzusetzen.

Wir wissen aber auch, dass es für viele Handwerksbetriebe jetzt ums Ganze geht. Viele Firmen sind existentiell gefährdet, weil Umsätze einbrechen, Kunden ausbleiben und Lieferengpässe entstehen.

Die Kammern, Fachverbände, Innungen und Kreishandwerkerschaften konzentrieren deshalb ihre Kräfte in dieser schwierigen und ernsten Situation darauf, allen Betrieben schnell und unbürokratisch zur Seite zu stehen. Insbesondere die Betriebsberater, die Rechtsberater und die Ausbildungsberater arbeiten mit Hochdruck daran, alle relevanten Informationen verfügbar zu haben und den Betrieben schnelle Hilfe und Orientierung zu bieten. Insbesondere sorgen die Handwerksorganisationen dafür, dass im Internet und in den sozialen Medien schnellstmöglich aktuelle Erstinformationen verfügbar sind. So hat der Westdeutsche Handwerkskammertag eine Internetseite unter www.whkt.de/coronakrise erstellt, die laufend aktualisiert wird. 

Vieles muss nun zurückstehen. Betroffen sind auch die Lehrgänge und Prüfungen in unseren Bildungseinrichtungen. Sie wurden bereits mehrfach ausgesetzt oder werden in den nächsten Tagen abgesagt. In dieser Phase der Krise kommt es nun entscheidend auf Sofortmaßnahmen der Politik an. Spitzenorganisationen des Handwerks setzen auf einen kurzfristigen und unbürokratischen Austausch mit der Landesregierung, den Arbeitsagenturen und anderen Behörden und Institutionen. Wir setzen uns jetzt ein für: 

  1. Soforthilfe: Für in Not geratene kleine Unternehmen bedarf es einer schnellen Soforthilfe in Höhe von 5.000 bis 25.000 Euro. Nicht als Kredit, sondern ausdrücklich als Zuschuss, damit die Betriebe ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen können. Wir schlagen vor, dass hier kurzfristig Anträge geprüft werden und schnell Auszahlungen vorgenommen werden. Die Möglichkeiten, Steuerzahlungen zu stunden, auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge zu verzichten und Anpassungen bei den Steuervorauszahlungen zu gewähren, müssen jetzt angewendet werden. Eine wirksame, schnelle und unbürokratische Hilfe würde auch das vorübergehende Aussetzen der Sozialversicherungsbeiträge oder die Rücküberweisung von Steuervorauszahlungen darstellen. 
     
  2. Kurzarbeitergeld für alle Handwerksunternehmen: Für viele Betriebe sind vereinfachte Regeln zur Kurzarbeit sehr wichtig, damit die Bundesagentur für Arbeit schnell und unbürokratisch Hilfe leisten kann. Klar muss sein, dass grundsätzlich jedes Unternehmen Anspruch auf Kurzarbeitergeld hat. Es muss jetzt schnell und unbürokratisch zur Verfügung stehen. Die geringfügig Beschäftigten sind in den Empfängerkreis aufzunehmen. 
     
  3. Liquidität durch flexible Kredite, Darlehen und Bürgschaften: Es kommt nun auch darauf an, dass die verschiedenen Instrumente für Kredite, Bürgschaften und Darlehen auch für kleine und mittlere Unternehmen schnell und unbürokratisch erreichbar sind, um kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Die Betriebe brauchen Transparenz über die möglichen Förderwege. Flexibilität ist jetzt geboten bei den Tilgungsaussetzung für Mikrodarlehen der NRW.Bank. An die Hausbanken unserer Betriebe appellieren wir, gegenüber langjährigen Firmenkunden Kulanz zu zeigen und gerade jetzt Finanzierungslösungen zu finden, die den langfristigen Fortbestand der Unternehmen im Blick haben. Es ist jetzt nicht die Stunde, um nach ausgefeilten Business- und Liquiditätsplänen zu fragen. Treuhandkredite oder Verlustfinanzierung müssen ebenso in Betracht gezogen werden wie Regelungen, die das Rating von Unternehmen auf den Stand von Februar 2020 beziehen. 
     
  4. Soloselbständige nicht im Regen stehen lassen: Die meisten der derzeit bereits angebotenen Hilfen kommen für Soloselbständige nicht in Betracht. Auch für sie, die etwa ein Fünftel aller Betriebe des Handwerks ausmachen, müssen Lösungen zur Soforthilfe gefunden werden. 
     
  5. Rettungsschirm für den Erhalt der Bildungslandschaft des Handwerks: Auch die Träger der handwerklichen Berufsbildungsstätten drohen in eine finanzielle Schieflage zu geraten, wenn durch die Absage von Kursen und Prüfungen unerwartete Einnahmeausfälle und Stornierungskosten eintreten. Auch hierfür sind jetzt unbürokratische Hilfen in Form eines Rettungsschirms für die Bildung im Handwerk notwendig, damit unsere wertvolle Bildungslandschaft durch die vorübergehende Krise keinen irreparablen Schaden nimmt. Viel wäre schon gewonnen, wenn die Bildungsträger die für dieses Jahr bereitgestellten ÜLU-Mittel ausgezahlt bekämen.  
     
  6. Beratung des Handwerks für die Unternehmen jetzt stärken: Die Bund-Land-geförderten Berater müssen umgehend von allen richtlinienbasierten, fördertechnischen Beschränkungen befreit werden, um jetzt unbürokratische und bedarfsgerechte Krisenberatung über die verfügbaren Kanäle (v. a. Telefon, Videochat etc.) leisten zu können. Das Beratungsnetzwerk gehört aus unserer Sicht aktuell zur kritischen Infrastruktur und gleichermaßen zur Daseinsvorsorge und sollte einen entsprechenden Stellenwert erhalten. 

Es ist die Stunde, in der wir uns auf das Wesentliche und Notwendige besinnen müssen. Für die Handwerker, die unverschuldet in Existenzsorgen geraten, müssen wir uns jetzt gemeinsam einsetzen. Diese Krise ist für unsere Gesellschaft und für die Handlungsfähigkeit des Staates eine nie dagewesene Bewährungsprobe. Wir sind davon überzeugt, dass wir sie bestehen können. Die Kraft der Soziale Marktwirtschaft und unser Zusammenhalt sind stark. Das Handwerk wird alles in seiner Macht Stehende tun, damit wir diese extreme Krise meistern.

Andreas Ehlert, Präsident
Hans-Joachim Hering, Vizepräsident
Hans Hund, Vizepräsident

Die »Gemeinsame Erklärung zur Bekämpfung des Corona-Virus« finden Sie hier als Download >

Corona-Krise:

Die NRW-Handwerkskammern: Jetzt steht Betriebsberatung im Mittelpunkt

Das nordrhein-westfälische Handwerk steht vor großen Herausforderungen, denn die Corona-Krise trifft immer mehr Handwerksunternehmen über alle Branchen hinweg. »Kunden bleiben weg, Lieferketten brechen zusammen, Aufträge können nicht abgearbeitet werden - bei vielen kleinen Handwerksbetrieben geht es in den kommenden Wochen ums Ganze«, so Matthias Heidmeier, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT). Jetzt gehe es neben schneller und unbürokratischer Hilfe auch um gute Beratung für die Betriebe. »Die 7 NRW-Handwerkskammern richten ihr gesamtes Netzwerk deswegen nun auf die Beratung der Betriebe aus. Gerade jetzt komme es darauf an, den Betrieben zur Seite zu stehen«, so Heidmeier. Das Netzwerk der Betriebsberater sei jetzt schon mit vielen Anfragen konfrontiert. Guter Informationsaustausch sei jetzt entscheidend.

Auch die Landesorganisationen des Handwerks richten ihren Fokus auf die Stärkung der Betriebsberatung. Der WHKT und die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) haben eine zentrale, landesweite Service-Hotline für alle nordrhein-westfälischen Handwerksorganisationen eingerichtet. Die Hotline dient dazu, konkrete Anfragen aus den Handwerksorganisationen sowie den handwerklichen Bildungseinrichtungen zum Umgang mit der Krise und ihren Auswirkungen aufzunehmen, um diese gebündelt an die zuständigen Stellen, wie etwa Landes- und Bundesministerien, zu übermitteln, und so praxisnahe Lösungen zu finden.

Enorme Auswirkungen hat die Corona-Krise für viele Azubis und Meisterschüler, die teilweise ihren erhofften Abschluss verschieben müssen. Im ganzen Land werden Prüfungen zunehmend abgesagt. Lehrveranstaltungen sind bereits zuvor gestrichen worden. »Das ist natürlich für alle Beteiligten sehr belastend und unbefriedigend, aber der Schutz der Gesundheit geht jetzt vor«, so Heidmeier.

Informationen zur Corona-Krise: www.whkt.de/coronakrise/

Corona-Krise:

WHKT richtet Facebook-Gruppe für Mitarbeitende in den Organisationen des Handwerks und öffentlichen Twitter-Account ein

Informationen und Erfahrungen bündeln, Ideen austauschen, gemeinsame Lösungen finden und Entscheidungen vorbereiten: Dies sind nur einige Möglichkeiten, die die neu eingerichtete Facebook-Gruppe als Kommunikationsplattform zur Corona-Krise im Handwerk ehren- und hauptamtlichen Akteuren der Organisationen, Bildungs- und Beratungseinrichtungen sowie Institutionen und Verbänden bietet. Eine Anmeldung zur Facebook-Gruppe »WHKT ÖA Corona« ist unter folgendem Link möglich: www.facebook.com/groups/whktoeacorona 

Gerne können Sie den Facebook-Link im Umfeld der handwerklichen Selbstverwaltung weiterleiten.

Zusätzlich hat der WHKT auch einen öffentlichen Twitter-Account eingerichtet, der unter www.twitter.com/WHKT4 erreichbar ist.

»Wir würden uns freuen, wenn Sie dabei sind, wir uns auch über die sozialen Medien austauschen und damit bestmögliche Wege für die Betriebe und Beschäftigten im Handwerk sowie für unsere Infrastruktur der Beratung, Bildung und Interessensvertretung finden«, hebt WHKT-Hauptgeschäftsführer Matthias Heidmeier hervor.

Weiterführende Links zur Corona-Krise

Betriebe, Handwerkerinnen und Handwerker, Auszubildende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Handwerks in NRW erhalten auf den folgenden Seiten Hinweise und Empfehlungen:
 

Allgemeine Informationen

Aktuelle Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

Tagesaktuelle Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

Hygientipps der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
https://www.infektionsschutz.de/

 

Hinweise der Handwerkskammern in NRW

Handwerkskammer Aachen: https://www.hwk-aachen.de/presse-medien/news/artikel/news/detail/News/coronavirus-das-sollten-sie-wissen.html

Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld: https://handwerk-owl.de/de/presse/pressemitteilungen/infos-der-handwerkskammer-zum-coronavirus_6_1017.html

Handwerkskammer Dortmund: https://www.hwk-do.de/artikel/das-coronavirus-hat-die-wirtschaft-fest-im-griff-37,0,572.html

Handwerkskammer Düsseldorf: https://www.hwk-duesseldorf.de/artikel/coronavirus-absage-aller-pruefungen-meisterschulen-kurse-lehrgaenge-31,0,4767.html

Handwerkskammer zu Köln: https://www.hwk-koeln.de/artikel/infos-fuer-azubis-meisterschuelerinnen-meisterschueler-sowie-fuer-teilnehmende-von-pruefungen-und-fortbildungen-32,0,2067.html

Handwerkskammer Münster: https://www.hwk-muenster.de/de/service-center/informationen-zum-corona-virus

Handwerkskammer Südwestfalen: https://www.hwk-swf.de/artikel/bis-auf-weiteres-keine-lehrgaenge-im-bbz-arnsberg-38,0,473.html

Westdeutscher Handwerkskammertag: https://www.whkt.de/coronakrise/ 

 

Informationen für Betriebe und Beschäftigte

Die wichtigsten Tipps für Betriebsinhaber (Deutsches Handwerksblatt):
https://www.handwerksblatt.de/unternehmensfuhrung/coronavirus-die-wichtigsten-tipps-fuer-betriebsinhaber

Informationen für Unternehmen:
https://www.arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/id/DE_corona 

Informationsseite des ZDH zum Corona-Virus:
https://www.zdh.de/themen-a-z/coronavirus/

Maßnahmen zur Entlastung der von den Auswirkungen des Coronavirus betroffenen Unternehmen:
https://www.zdh.de//fachbereiche/wirtschaft-energie-umwelt/rundschreiben/massnahmen-zur-entlastung-der-von-den-auswirkungen-des-coronavirus-betroffenen-unternehmen/

Arbeitsschutz und Gesundheitshinweise für Betriebe zum Coronavirus:
https://www.zdh.de//service/newsletter/arbeits-und-arbeitsschutzrechtliche-hinweise-zum-coronavirus/

Kurzarbeit und Ausbreitung des Coronavirus:
https://www.zdh.de//fachbereiche/arbeitsmarkt-tarifpolitik/rundschreiben/kurzarbeit-und-ausbreitung-des-corona-virus/

Coronavirus: Sicherheiten für Kredite:
https://www.zdh.de//service/newsletter/coronavirus-sicherheiten-fuer-kredite/

unternehmer nrw:
https://www.unternehmer.nrw/kommunikation/im-wortlaut/pressemitteilungen/detail/news/nrw-unternehmensverbaende-zur-aktuellen-corona-entwicklung

DGB NRW:
https://www.dgb.de/themen/++co++fdb5ec24-5946-11ea-8e68-52540088cada

Bundesagentur für Arbeit:
https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

 

Nordrhein-Westfalen:

Landesregierung NRW:
https://www.land.nrw/corona

Aktuelle Fallzahlen des Robert-Koch-Instituts zur Ausbreitung (Bund/NRW/Heinsberg):
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

Aktuelle Informationen des Landesgesundheitsministeriums (MAGS):
https://www.mags.nrw/coronavirus

Landeswirtschaftsministerium (MWIDE): Informationen und Ansprechpartner für Betriebe:
https://www.wirtschaft.nrw/coronavirus-informationen-ansprechpartner

Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW:
https://www.schulministerium.nrw.de/docs/bp/index.html

 

Betriebliche Pandemieplanung:

Informationen und Checkliste zur Pandemie-Planung für Betriebe des Verbands deutscher Betriebs- und Werksärzte:
https://www.vdbw.de/der-vdbw/aktuelles/detailansicht/pandemieplanung-betriebsaerzte-raten-zur-vorsorge/

Europa:

Beispiele europäischer Maßnahmen in der Corona-Krise

Überall in Europa und auf allen Verwaltungsebenen werden derzeit Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise getroffen, auch auf EU-Ebene. Es geht um Maßnahmen, die sicherstellen sollen, dass trotz Grenzschließungen der Güter- und Warenverkehr im Binnenmarkt aufrechterhalten wird. Es geht um die Beschaffung von Schutzausrüstung, die Flexibilisierung des Beihilferechts und natürlich um die Frage, wie Finanzhilfen für Unternehmen bereitgestellt werden können.

Am 13. März hat die Europäische Kommission eine »Investitionsinitiative zur Bewältigung der Coronakrise« vorgeschlagen. Um schnell 25 Mrd. EUR an europäischen öffentlichen Investitionen für die Folgen der Coronakrise bereitstellen zu können, will die Kommission davon absehen, nicht in Anspruch genommene Mittel aus Vorfinanzierungen im Rahmen der europäischen Struktur- und Investitionsfonds von den Mitgliedstaaten zurückzufordern. Die Mitgliedstaaten sollen verpflichtet werden, diese Beträge für Investitionen im Rahmen der Strukturfonds, also EFRE und ESF, aufzuwenden, zum Beispiel für Kurzarbeit und andere Arbeitsmarktmaßnahmen, im Gesundheitssektor und besonders betroffenen Sektoren, zu denen auch das Handwerk gehört. Die Mitgliedstaaten können diese Mittel für die nationale Kofinanzierung einsetzen, die sie normalerweise selbst hätten leisten müssen. Der WHKT setzt sich dafür ein, Mittel zu mobilisieren, die die Krisenfolgen für Handwerksunternehmen vermeiden und abfedern helfen.

Fachkräftesicherung fest im Fokus:

Spitzengespräch Ausbildungskonsens am 10. März 2020

In der Staatskanzlei trafen sich die Spitzenvertreter der Partner des Ausbildungskonsenses am 10.03.2020, um die Fortschritte der Arbeit und die Lage am Ausbildungsmarkt zu bewerten. Offenkundig gibt es immer weniger Bewerberinnen und Bewerber um Ausbildungsstellen, was ein Grund dafür ist, warum Handwerksbetriebe immer größere Mühen haben, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Diese Not der Betriebe wurde im Spitzengespräch ebenso aufgegriffen wie die Regionen im Land, in denen der Ausbildungsmarkt noch von einem deutlichen Überhang an ausbildungsstellensuchenden Jugendlichen geprägt ist. Trotzdem hat es das Handwerk in NRW im vierten Jahr in Folge geschafft, ein Plus bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zu erzielen.

Ministerpräsident Armin Laschet betonte zur Lage: »Wir brauchen auch weiterhin eine starke berufliche Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen. Die ganze Welt beneidet uns um unsere auf höchstem Niveau ausgebildeten Fach- und Nachwuchsfachkräfte ‚made in NRW‘. Nur, wenn wir die berufliche Ausbildung weiter stärken und gerade für junge Menschen in der Phase der Berufsorientierung attraktiv machen, können wir die Transformation unserer Wirtschaft in den Feldern Automobilindustrie, Energie und Digitalisierung und die Herausforderungen der Fachkräftesicherung bewältigen.«

Die Partner des Ausbildungskonsenses Nordrhein-Westfalen sind sich einig, dass die berufliche Ausbildung qualifizierter Fachkräfte der entscheidende Faktor für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Nordrhein-Westfalen ist. Sie fassten einstimmig einen Beschluss, der unter anderem aussagt, den Blickwinkel der KMU auf das Ausbildungsgeschehen einzunehmen, die Berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler an allen Schulen, so auch in der Sekundarstufe II ergebnisoffen zu führen und die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung in den verschiedenen Aspekte noch stärker aufzugreifen. Der Beschluss kann beim WHKT per Mail angefordert werden unter martina.scharla@whkt.de.

Still und leise, lange vor Corona:

Landesregierung regelt Förderung für Azubiwohnheime

Zu gleichen Bedingungen wie Studentenwohnheime können ab sofort auch Azubiwohnheime gefördert werden. Dies hat das Bauministerium in seiner Förderrichtlinie vom 19.02.2020 geregelt und veröffentlicht. Von dieser neuen Förderung wurde im Spitzengespräch Ausbildungskonsens am 10. März 2020 berichtet. Warum diese Förderung so besonders still und leise geregelt wurde, bleibt den Akteuren der Berufsbildung verborgen. Die WHKT-Vollversammlung hatte eine gleichberechtigte Förderung solcher Unterkunftsmöglichkeiten im Vergleich zu Studierenden gefordert. Auch DGB und IHK NRW hatten eine vergleichbare Position mit Forderungen an die Landesregierung verabschiedet.

Für eine tatsächliche Realisierung von Azubiwohnheimen kommt es nun darauf an, Bauträger und Betreiber für Azubiwohnheime zu finden. Dafür hat der WHKT ein Bündnis auf Landesebene vorgeschlagen, das letztlich alle relevanten Informationen zusammenträgt, Kontakte zur Bauwirtschaft und Investoren knüpft und dies alles in die Regionen trägt. Die Förderung richtet sich gleichermaßen an Studierendenwerke, wohnungswirtschaftliche Unternehmen und private Investorinnen und Investoren, die alle Azubiwohnheime bauen und betreiben können.

Mehr Informationen dazu unter www.mhkbg.nrw/themen/bau/wohnen/mieten-und-eigentum/wohnraum-fuer-studierende.

Projekt ValiKom Transfer:

Synergien schaffen durch Vernetzung

Mehrere Veranstaltungen dienten in den letzten Wochen dem Austausch und der Vernetzung der Projektpartner untereinander sowie mit externen Partnern. Die sieben Projektkammern, die im Norden Deutschlands angesiedelt sind, trafen sich Mitte März zu einem Erfahrungsaustausch. Im Mittelpunkt standen Themen wie die Zusammenarbeit mit Jobcentern und Arbeitsagenturen vor Ort, die Umsetzung von Anpassungsqualifizierungen und der Austausch zur Validierungspraxis.

Auch über das Projekt hinaus vernetzen sich die beteiligten Kammern aktiv, um das Validierungsverfahren bekannt zu machen und Synergieeffekte zu schaffen. Das Projekt NetQA lud die Projektkammern aus Niedersachsen Anfang März zu einem Erfahrungsaustausch ein. Da die Qualifikationsanalyse, die im Rahmen von Anerkennungsverfahren durchgeführt wird, wenn entsprechende Dokumente fehlen, und die Fremdbewertung des Validierungsverfahrens identisch sind, kam es zu einem regen Austausch zwischen den beiden Projekten.   

Am 04. März wurde das Projekt beim Netzwerktreffen des Projekts »TalentPASS« durch den WHKT vertreten. TalentPASS soll Menschen mit Schwerbehinderung ermöglichen, ihre vorhandenen beruflichen Fertigkeiten von einer zuständigen Stelle bestätigen zu lassen und sich über gezielte Bildungsmaßnahmen weiter zu qualifizieren. Bildungspolitische Akteure wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Bundesagentur für Arbeit und die Dachverbände der HWKn und IHKn nutzten das Treffen, um sich über die Initiative zu informieren und erhielten einen Einblick in die Umsetzungspraxis der Kompetenzfeststellung. Darüber hinaus stellte der WHKT das Validierungsverfahren vor, das von 30 Kammern in ganz Deutschland im Rahmen von ValiKom Transfer angeboten wird. Da mit einem Validierungsverfahren Berufskompetenzen von zuständigen Stellen bewertet und zertifiziert werden, stehen die beiden Projekte schon länger im Austausch. Beide wollen in den nächsten Monaten gemeinsam erproben, in welchen Fällen eine Teilnahme an einem Validierungsverfahren von Menschen mit Schwerbehinderung zielführend ist.

An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt »ValiKom Transfer« sind 11 Handwerkskammern, 17 Industrie- und Handelskammern, 2 Landwirtschaftskammern, das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) sowie der WHKT beteiligt.

Gästebuch des Handwerks im Gepäck:

Ministerpräsident Laschet eröffnet NRW-Kontaktbüro in Tel Aviv

Die Eröffnung des NRW-Kontaktbüros in Tel Aviv stand Ende Februar im Mittelpunkt der zweitägigen Israelreise von Ministerpräsident Laschet. »Unser Büro in Israel wird die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern auf eine neue Stufe stellen«, so der Ministerpräsident. In keinem anderen Land habe NRW ein Büro mit so umfangreichen Aufgaben.

An der 30-köpfigen Delegation waren Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und Gesellschaft sowie der Enkel des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer beteilig. Außerdem hatte Ministerpräsident Laschet ein eigens für das Kontaktbüro in Tel Aviv produziertes Gästebuch als Präsent im Gepäck. Dieses wurde auf Vermittlung des WHKT von Buchbindemeisterin Simone Püttmann erstellt. Bereits 2018 hatte sie gemeinsam mit Lehrlingen des Buchbinderhandwerks in NRW das Gästebuch des Landes NRW erstellt und dieses gemeinsam mit den Lehrlingen an Ministerpräsident Laschet überreicht.

Eine schöne Idee, etwas Einzigartiges zu schaffen: Das Handwerk.

Sachverständigendatenbank des Handwerks:

Bundesweit die richtigen Sachverständigen des Handwerks online finden – auch per App

Mit Hilfe der vom Westdeutschen Handwerkskammertag für die Handwerkskammern im gesamten Bundesgebiet entwickelten Online-Sachverständigendatenbank können alle Sachverständigen der Handwerkswirtschaft zu dem gewünschten Themengebiet eines speziellen Handwerks, in unmittelbarer Nähe, mit allen Kontaktdaten, schnell und ohne weitere Kosten ermittelt werden.

Die Online-Sachverständigendatenbank des Handwerks ist damit ein hilfreiches Tool für Gerichte, Anwälte, Verwaltungsbehörden, Versicherungen und Privatpersonen, die zur Entscheidung und Aufklärung von Fragestellungen aus der Handwerkswirtschaft auf eine Begutachtung durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen des Handwerks angewiesen sind.

So erfolgten allein im Jahr 2019 insgesamt 145.665 Abfragen aus der Sachverständigendatenbank des Handwerks.

Die Sachverständigendatenbank bietet die Gewähr für höchste Aktualität, da die ständige Datenpflege der Daten aller öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen des Handwerks für jeden Handwerkskammerbezirk von der jeweiligen Handwerkskammer durchgeführt wird.

Darüber hinaus verfügt die Sachverständigendatenbank über ein ausgeklügeltes Suchsystem, dass mit einem Stichwortverzeichnis den Bedürfnissen einer differenzierten Nachfrage aller potentiellen Auftraggeber in besonderer Weise gerecht wird.

Der Westdeutsche Handwerkskammertag hat zudem eine Sachverständigen-App für alle mobilen Endgeräte entwickelt, die den gleichen Service wie die Sachverständigendatenbank bietet.

Unter der Bezeichnung »SACHVERSTÄNDIGENNAVI« ist das Sachverständigenverzeichnis der Handwerkskammern für den Endverbraucher kostenfrei für das Smartphone über den Apple Store oder unter Google Play zu Installation bereitgestellt.

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Vorwort:

Auf in die Zukunft

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist Zeit für Optimismus. Das Handwerk zeigt sich – bei allen Problemen – in der Krise bisher insgesamt robust. Dass die Rezession auch das Handwerk trifft, steht außer Frage. Doch im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen steht das Handwerk derzeit immer noch besser da.

Damit das so bleibt, braucht das Handwerk erstens in den kommenden Monaten vor allem Aufträge. Dafür müssen die Rahmenbedingungen jetzt verbessert werden. Die öffentliche Hand hat bei der Auftragsvergabe eine wichtige Vorbildfunktion, die sie nun erfüllen muss. 

Damit das Handwerk ein stabiler Faktor der deutschen Wirtschaft bleibt, benötigt es zweitens mehr denn je gut ausgebildeten Nachwuchs. Die handwerkliche Ausbildung braucht gerade jetzt mehr gesellschaftliche Wertschätzung. Das krisenfeste Handwerk bietet jungen Leuten exzellente Perspektiven. Auch Jugendliche mit Abitur können im Handwerk ihr Glück finden. In unserem aktuellen Ausbildungspapier »Ausbildung – jetzt erst recht« ist dies genau deswegen einer der zentralen Punkte.

Und drittens brauchen viele Handwerksbetriebe jetzt Unterstützung, damit sie die digitalen Herausforderungen meistern. Die Corona-Krise zeigt, wie entscheidend es ist, hier gut aufgestellt zu sein. Wir werben deswegen für eine Digitalisierungsprämie für kleine und mittlere Unternehmen. Wenn das Handwerk den digitalen Rückenwind jetzt nutzt, kann aus der Krise für viele Betriebe auch eine echte Zukunftschance erwachsen.

Das Handwerk hält zusammen.

Bleiben Sie gesund!

Ihr

Matthias Heidmeier
Hauptgeschäftsführer

Handwerk bildet aus – jetzt erst recht! Erwartungen an Politik, Betriebe und Schulabgänger/innen

In Zeiten der Unsicherheiten durch Einschränkungen der Coronapandemie fragen sich die Akteure am Ausbildungsmarkt, wie sich dieser in 2020 und 2021 entwickeln wird und welche vorsorgenden Maßnahmen sinnvollerweise vorbereitet werden müssen. Die Handwerkskammern haben sich mit der Situation als einer ihrer ureigenen Aufgaben befasst und Erwartungen an Politik, Ausbildungsbetriebe sowie Schülerinnen und Schüler und deren Eltern formuliert. Unter zwölf Überschriften wurde auf insgesamt 5 Seiten die Lage des Handwerks eingeschätzt und Maßnahmen empfohlen. Die Überschriften lauten:

  1. MOTIVATION ZUR AUSBILDUNG FÜR AUSBILDUNGSJAHR 2020/2021
  2. INSOLVENZLEHRLINGE
  3. VERBUNDAUSBILDUNGSFÖRDERUNG ERWEITERN
  4. DIGITALISIERUNG IN ÜBS UND BERUFSSCHULE VORANBRINGEN
  5. BERUFLICHE ORIENTIERUNG
  6. FÖRDERUNG DER ÜBERBETRIEBLICHEN BILDUNGSZENTREN (ÜBS)
  7. ABSCHLUSS VON AUSBILDUNGSVERTRÄGEN BIS ENDE OKTOBER MÖGLICH
  8. BETRIEBLICHE NACHWUCHSGEWINNUNG 2020/2021
  9. AUSBILDUNG FORTSETZEN – IM ZWEIFEL ÜBER TEILZEITAUSBILDUNG
  10. BERUFLICHE ORIENTIERUNG BIETEN
  11. BERUFLICHE ORIENTIERUNG SUCHEN
  12. DAS HANDWERK SUCHT FACH- UND FÜHRUNGSKRÄFTE

Das Ausbildungspapier des WHKT ist online abrufbar unter www.whkt.de/presse-aktuelles/stellungnahmenpositionen/.

Neue Coronaschutzverordnung:

CoronaSchVO in NRW stellt Vorgaben für das Prüfungswesen klar

Mit der Veröffentlichung der Coronaschutzverordnung vom Gesundheitsministerium NRW in der Fassung, die ab 30. Mai 2020 gilt, ist der § 7 überarbeitet worden. In diesem Paragraphen werden die Regelungen für alle grundsätzlich erlaubten Prüfungen sowie Bildungsangebote in der beruflichen Aus- und Weiterbildung bestimmt. So heißt es jetzt:

»Bei der Durchführung von Bildungsangeboten und Prüfungen ... sind geeignete Vorkehrungen zur Hygiene und zur Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen Personen, zur Begrenzung des Zutritts zu Schulungs- und Prüfungsräumen und zur Rückverfolgbarkeit nach § 2a Absatz 1 sicherzustellen. Ausnahmen des Mindestabstandes bestehen nur beim Betreten und Verlassen des Unterrichtsraums sowie bei kurzzeitigen Bewegungen zwischen den Sitzreihen. In diesen Fällen ist verpflichtend eine Mund-Nase-Bedeckung nach § 2 Absatz 2 Satz 1 zu tragen. Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen sind – außer bei schriftlichen Prüfungen – nur auf der Grundlage eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts nach § 2b zulässig. Bei der Gesundheitsbildung und bei Prüfungen in körpernah arbeitenden Dienstleistungsberufen ist bei notwendiger Unterschreitung des Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen Personen dringend auf eine möglichst kontaktarme Durchführung, vorheriges Händewaschen/Händedesinfektion, das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung und ggf. weitere tätigkeitsbezogene Vorgaben der Anlage zu dieser Verordnung zu achten.«

Damit ist klargestellt, dass alle Prüfungen durchgeführt werden können, auch wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht immer einzuhalten ist. Dafür gilt dann die Pflicht, Mund und Nase entsprechend zu bedecken. Auch die Rückverfolgbarkeit muss selbstverständlich gewährleistet sein, um zu wissen, wer sich wann mit wem in einem Raum aufgehalten hat. Dies gilt nicht nur für Prüfungen, sondern auch für alle Bildungsveranstaltungen.

Veranstaltung:

6. Treffpunkt Ehrenamt Handwerk in NRW auf den 18.09.2020 verlegt

In Abstimmung mit NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart wurde der ursprünglich für Mai geplante Termin des 6. Treffpunkts Ehrenamt Handwerk in NRW nun auf den 18. September 2020 verlegt. An der Konzeption, dem etablierten Ablauf und auch der Verleihung des Ehrenamtspreises durch das Ministerium wird unter Berücksichtigung coronabedingter Hygiene- und Abstandsregeln festgehalten werden. Weitere Hinweise zur Veranstaltung unter www.ehrenamt-handwerk-nrw.de.

Der Treffpunkt Ehrenamt Handwerk in NRW wird gefördert mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Unternehmensanalysen für Handwerksbetriebe:

Betriebsvergleiche und Unternehmensanalysen können den Betrieben gerade jetzt helfen

Den Überblick über das betriebliche Geschehen zu behalten ist gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten enorm wichtig. Die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) baut daher Ihr Serviceangebot der Unternehmensanalysen für Handwerksbetriebe aus. Diese Unternehmensanalysen basieren auf Betriebsvergleichsdaten und können dazu beitragen, Unternehmen auf Kurs zu bringen. Sie geben den Handwerksbetrieben wichtige Impulse, indem sie helfen, u.a. die betriebswirtschaftliche Situation einzuschätzen, Stärken und Schwächen aufzudecken oder die Auswirkungen der Krise auf die Geschäftszahlen darzustellen.

In den Betriebsvergleichen werden Daten der teilnehmenden Handwerksbetriebe zu Durchschnittswerten verdichtet und betriebswirtschaftliche Kennzahlen errechnet. Die Unternehmensanalysen ermitteln die Abweichung der betrieblichen Daten des Teilnehmers von den Durchschnittswerten. Dieser betriebswirtschaftliche Überblick hilft den Handwerksbetrieben, erfolgreich zu bleiben oder wieder erfolgreich zu werden. Er schafft somit die Basis für Investitionen in Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Fortbildung von Fachkräften, Erschließung neuer Märkte, Anbieten neuer Dienstleistungen.

Kunden auf Bundesebene, die bei der LGH Unternehmensanalysen und Betriebsvergleiche in Auftrag geben, schätzen diese Auswertungen sehr. Auch die langjährige wiederholte Teilnahme vieler Betriebe zeigt, dass der Bedarf an betriebswirtschaftlicher Unterstützung im Handwerk vorhanden ist und in wirtschaftlich schweren Zeiten wohl noch steigen wird.

Zu den kostenlosen Leistungen der LGH gehören z.B. Vorabanalysen auf Basis von Betriebsvergleichsdaten aus den Vorjahren, Unternehmensanalysen auf Basis der aktuellen Betriebsvergleichsdaten und Unternehmensanalysen im Zeitvergleich (bei wiederholter Teilnahme). Voraussetzung für eine Unternehmensanalyse ist, einen ausgefüllten Erhebungsbogen innerhalb der angegebenen Abgabefrist an die LGH zu senden.

Der Erhebungsbogen ist im Downloadbereich auf www.lgh.nrw zu finden.

Europa:

Die neuen Pläne der Europäischen Kommission

Nach mehrmaliger Verschiebung hat die Europäische Kommission am 27.05.2020 einen neuen Haushaltsentwurf samt eines Konjunkturfonds sowie ein überarbeitetes Jahresarbeitsprogramm für das Jahr 2020 vorgelegt. Leitmotiv sämtlicher Vorlagen ist die Bewältigung der Corona-Pandemie.

Der Haushaltsentwurf für die kommenden sieben Jahre, der so genannte mehrjährige Finanzrahmen, beläuft sich auf rund 1,85 Billionen Euro. Das wären jährlich etwa 1,9 Prozent der Wirtschaftsleistung der 27 EU-Staaten im Jahr 2019. 1,1 Billionen entfallen auf den regulären Haushaltsrahmen. Die übrigen 750 Milliarden sind für den Konjunkturfonds zur Überwindung der Corona-Pandemie vorgesehen. Die in diesem Rahmen zulässigen Investitionen sollen vornehmlich ein grünes, digitales und soziales Europa fördern.

Eben dieser thematische Fokus ist auch im überarbeiteten Arbeitsprogramm erkennbar. Maßnahmen aus dem Bereich »Green Deal« werden allenfalls marginal verschoben. Die Strategie zur Sektorkopplung wird für den 24. Juni erwartet, die mögliche Anpassung der Klimaziele bis 2030 sowie die Chemikalienstrategie im 3. Quartal. Als thematisch interessant für das Handwerk könnte sich die »Renovierungswelle« erweisen, die Investitionen in die energetische Gebäudesanierung beflügeln soll. Im September sollen dazu Details veröffentlicht werden. Einer im April vorgelegten Roadmap zufolge sollen Finanzinstrumente aufgelegt werden, die umfangreiche Modernisierungen anschieben. Gedacht wird auch konkret an Instrumente, die es Kommunen erleichtern, entsprechende Aufträge zu vergeben. Spätestens 2021 sind dann weitere Vorhaben für Rechtsänderungen zu erwarten. Diese betreffen voraussichtlich erneut die Gebäudeenergierichtlinie und könnten je nach Anpassung der Klimaziele für 2030 zu weiteren Verschärfungen führen. Außerdem sind produktbezogene Maßnahmen zu erwarten, also insbesondere Anpassungen von Ökodesignstandards verbunden mit Änderungen der Kennzeichnungsvorschriften. Das könnte zum Beispiel Heizkessel und Warmwasserbereiter betreffen, also Dossiers, die das Handwerk in der Vergangenheit stark beschäftigt haben.

Gute Lösung für berufliche Anerkennung in Coronazeiten:

Qualifizierung für Teilnehmende des Handwerks im Förderprogramm IQ

Erst war die Enttäuschung groß für die Elektronikerin und zwei Elektroniker mit ausländischen Qualifikationen, als Corona ihre Pläne durchkreuzte und eine erforderliche Teilnahme an der Anpassungsqualifizierung bei der Elektroinnung Düsseldorf nicht möglich erschien.

Selbst bei der Wiedereröffnung des Lehrbetriebs Anfang Mai war zunächst keine Umsetzung der Maßnahme möglich. Damit die drei Zugewanderten aus Serbien und Polen dennoch zeitnah die vereinbarte Anpassungsqualifizierung absolvieren und damit der Gleichwertigkeit ihres Abschlusses ein entscheidendes Stück näher rücken konnten, organisierte die Elektroinnung einen Kompaktkurs für die drei Fachkräfte. Eine intensive Lerneinheit liegt nun hinter und der gleichwertige Abschluss vor ihnen. Auf den Erfolg trotz schwieriger Bedingungen sind alle Beteiligten zu Recht stolz.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) bietet vor allem kleinen und mittleren Unternehmen neue Chancen der Fachkräftegewinnung aus Drittstaaten. Für Betriebe und ausländische Fachkräfte, die die neuen gesetzlichen Regelungen des FEG anwenden möchten, gilt: Die berufliche Anerkennung stellt eine wesentliche Grundlage dar. Zuständig für sämtliche Berufe nach der Handwerksordnung sind die Handwerkskammern. Beratung und Unterstützung bieten die IQ NRW Anerkennungsberatungen: www.iq-netzwerk-nrw.de. Ausländische Fachkräfte, die nach Deutschland einreisen wollen, erhalten Unterstützung bei der neu entstandenen Zentralen Servicestelle für Berufsanerkennung der BA in Bonn (ZSBA): www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/zentrale-servicestelle.php. Hier ist gleichfalls das virtuelle Welcomecenter, welches berät und unterstützt. Betriebe, die bereits Kontakte zu ausländischen Fachkräften in einem Drittland geknüpft haben und das gemäß FEG beschleunigte Verfahren der Zuwanderung für ihre neuen Fachkräfte anstreben, wenden sich an die Zentralstelle Fachkräfteeinwanderung NRW (ZFE): www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung02/21/zentralstelle_fachkraefteeinwanderung_nrw/index.html.

Gut qualifizierte Fachkräfte bleiben für das Handwerk der entscheidende Erfolgsfaktor. Daran ändert sich auch in der Corona-Krise nichts. Weiterhin gilt es, auf allen Seiten dafür zu sorgen, dass Handwerksbetriebe gut geeignete Fachkräfte auch aus dem außereuropäischen Ausland für sich gewinnen und dabei der Integrationsprozess für alle Beteiligten zu einer Erfolgsgeschichte wird.

Das Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung (IQ)« zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

DesignTalente Handwerk NRW 2020:

Anmeldung zu dem Wettbewerb in Sachen Handwerksdesign noch bis zum 1. Juli 2020 möglich

Der Wettbewerb DesignTalente Handwerk NRW 2020 ist bereits in vollem Gange, die Anmeldungen junger kreativer Handwerkerinnen und Handwerker laufen. Noch bis zum 1. Juli 2020 haben junge Handwerkerinnen und Handwerker die Möglichkeit, sich anzumelden. Die Unterlagen zur einfachen und unbürokratischen Anmeldung sind online unter www.designtalente-handwerk-nrw.de verfügbar. Die Themenbereiche, zu denen Wettbewerbsarbeiten eingereicht werden können, sind MÖBEL, SKULPTUREN, SCHMUCK, KLEIDUNG, MEDIEN und WOHNEN.

Der Gesellenbrief in einem Handwerksberuf und der 31. Geburtstag nach dem 1. Juli 2020, das sind die Voraussetzungen für junge Handwerkerinnen und Handwerker in Nordrhein-Westfalen, ihr Können im Wettbewerb DesignTalente Handwerk NRW 2020 unter Beweis zu stellen.

Die Ausstellung mit den von einer unabhängigen Fachjury ausgewählten Wettbewerbsarbeiten wird ab dem 07.10.2020 und bis zum 25.10.2020 in der Handwerkskammer Düsseldorf zu sehen sein. NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Pinkwart hat bereits zugesagt, am 11.10.2020 im Rahmen der Feierstunde die Ehrung der Preisträgerinnen und Preisträger vorzunehmen. Als Lohn für den Ideenreichtum warten auf die Gewinnerinnen und Gewinner Preisgelder in Höhe von 3.000 EUR.

Weitere Informationen unter www.designtalente-handwerk-nrw.de

Projekt ValiKom Transfer:

Digitalisierung des Validierungsprozesses weiter ausgebaut

Die Erfahrungen, die im Zuge der Corona-Krise mit digitalen Alternativen gemacht wurden, werden weiter genutzt und ausgebaut. Nachdem die erste digital umgesetzte Fremdbewertung von der durchführenden Kammer, dem Berufsexperten und der Teilnehmenden durchweg positiv bewertet wurde, haben weitere Projektkammern digitale Fremdbewertungen erprobt. In den Berufen Kaufleute für Büromanagement, Mediengestalter/in und Technische/r Produkdesigner/in hat sich eine ausschließlich digital durchgeführte Fremdbewertung als gut umsetzbar erwiesen, da diese Berufe überwiegend am PC ausgeübt werden. Auch in anderen Aufgabenbereichen des Projekts wird die Digitalisierung vorangetrieben: Die Handwerkskammer Hannover, die Industrie- und Handelskammer Braunschweig und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen führten am 25. Mai eine gemeinsame Informationsveranstaltung digital durch und nutzten so die Gelegenheit, das Validierungsverfahren in der Region weiter bekannt zu machen.

Daneben haben die ersten Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen die Projektarbeit und die Durchführung von Validierungsverfahren wieder ein wenig »persönlicher« gemacht: Unter Einhaltung der vorgeschriebenen Abstands- und Hygieneregeln können Beratungen in einigen Projektkammern nun wieder vor Ort stattfinden. Auch erste Fremdbewertungen wurden im Mai in den Bildungszentren der Kammern durchgeführt.

An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt »ValiKom Transfer« sind 11 Handwerkskammern, 17 Industrie- und Handelskammern, 2 Landwirtschaftskammern, das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) sowie der WHKT beteiligt.

Weitere Informationen unter www.validierungsverfahren.de

Projekt NetQA:

Netzwerkarbeit, Schulungen und erste Qualifikationsanalysen unter Corona-Bedingungen

Nach dem allgemeinen Shutdown aufgrund der Corona-Krise, geschlossenen Bildungszentren und ausgesetzten Abschlussprüfungen, haben viele Bildungseinrichtungen der Wirtschaft mittlerweile ihren Betrieb wieder aufgenommen. So konnte die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, Partner im Verbund-Projekt »NetQA«, bereits Mitte Mai wieder erste Qualifikationsanalysen im beruflichen Anerkennungsverfahren durchführen. Die beiden handlungsorientierten Kompetenzfeststellungen bei fehlenden schriftlichen Belegen wurden unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygiene- und Infektionsschutzstandards im kammereigenen Bildungszentrum durchgeführt. Eigens dazu hatte die Projektmitarbeiterin ein Merkblatt zu Abstands- und Hygieneregeln für die Antragstellenden verfasst. Die Kompetenzfeststellungen wurden in den Referenzberufen Elektroniker/in, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik sowie Metallbauer/in in der Fachrichtung Konstruktionstechnik durchgeführt. Qualifikationsanalysen sind individuelle Verfahren. In der Regel sind nicht mehr als drei bis vier Personen daran beteiligt: die/der Antragstellende und eine berufsfachliche Expertin beziehungsweise ein berufsfachlicher Experte sowie eine zweite Person, meist von der zuständigen Kammer.  

Bundesweit werden die meisten Qualifikationsanalysen in den Berufen des Handwerks durchgeführt. Meist findet die Kompetenzfeststellung in den handwerkseigenen Bildungszentren statt. Diese haben derzeit jedoch vor allem mit dem Nachholen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen und Prüfungen zu tun. 

Das Projekt setzt – parallel zu Präsenz-Schulungen – auf digitale Formate, was sich jetzt auszahlt. Die ersten Webinare rund um das Thema Qualifikationsanalysen werden ab Sommer 2020 durch die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) angeboten. Im Fokus sind Mitarbeitende der für die Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen zuständigen Stellen aber auch berufsfachliche Expertinnen und Experten.

Die beiden für die erste Jahreshälfte 2020 geplanten Präsenz-Schulungen für berufsfachliche Expertinnen und Experten in Baden-Württemberg und Brandenburg mussten leider aus den bekannten Gründen abgesagt werden. Die Termine sollen später im Jahr nachgeholt werden.

Vorrangiges Ziel von »NetQA« ist, bundesweit ein nachhaltiges Netzwerk zur Durchführung von Qualifikationsanalysen für zuständige Stellen zu schaffen. Im Sinne des Aufbaus eines regional verankerten Expertise-Netzwerks fand am 3. März 2020 ein Erfahrungsaustausch für zuständige Stellen in Niedersachsen statt. Neben Vertretern von Industrie- und Handelskammern sowie BQFG-Sachbearbeitenden der Handwerkskammern, fanden auch Angehörige von Landwirtschafts-, Ärzte- und Tierärztekammern den Weg nach Osnabrück. Da die Erfahrung mit Qualifikationsanalysen bundesweit sehr heterogen ist, besteht ein großer Bedarf an Austausch zum Thema mit anderen zuständigen Stellen. Diesem Bedarf soll in der jetzigen Phase mittels digitaler Formate Rechnung getragen werden: Für den 17. Juni 2020 ist der nächste bundesweite Austausch für Anerkennungsberaterinnen und -berater der Industrie- und Handelskammern geplant. 

Weitere Informationen zum Projekt »NetQA«, unter der fachlichen Steuerung des WHKT, finden Sie unter www.whkt.de/netqa.

Blick in die Medien

Süddeutsche Zeitung, 27.05.2020 ­| Per Webcam am Messestand: Arbeitgeber und Azubis finden sich: https://www.sueddeutsche.de/karriere/ausbildung-duesseldorf-per-webcam-am-messestand-arbeitgeber-und-azubis-finden-sich-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200527-99-205888 

Handwerksblatt, Mai 2020 | Wir haben schon eine ganze Menge für das Handwerk erreicht: https://www.handwerksblatt.de/politik/wir-haben-schon-eine-ganze-menge-fuer-das-handwerk-erreicht

WAZ, 26.05.2020  | Handwerk will verstärkt um Auszubildende mit Abitur werben: https://www.waz.de/wirtschaft/wirtschaft-in-nrw/handwerk-will-verstaerkt-um-auszubildende-mit-abitur-werben-id229180166.html

Ruhrpodcast, 07.05.2020 | Episode 36 »Im Handwerk noch goldener Boden« im Gespräch mit Matthias Heidmeier: https://www.youtube.com/watch?v=Ms1RwZjw3v4

Personalie:

Ehrenpräsident der Handwerkskammer Düsseldorf Hansheinz Hauser verstorben

Das rheinische Handwerk trauert um Hansheinz Hauser. Der Bäckermeister und Handwerksunternehmer, Ehrenpräsident der Handwerkskammer Düsseldorf und des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages (heute Handwerk.NRW), verstarb am 11.05.2020 in seiner Heimatstadt Krefeld, deren Ehrenbürger er war. Hansheinz Hauser wurde 97 Jahre alt. Der Mittelstandspolitiker und Finanzexperte gehörte dem nordrhein-westfälischen Landtag (1958 bis 1972) und dem Bundestag (1972 bis 1990) an und war stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (1982 bis 1990).

»Hansheinz Hauser war jahrzehntelang das Gesicht und die Stimme des rheinischen Handwerks – eine Instanz. Er hat unserem Wirtschaftsbereich Gewicht und Reputation gegeben. Sein Ziel war immer ein starkes, leistungsfähiges, kreatives und unabhängiges Handwerk. Hierfür und für eine mittelstandsgerechte Politik hat sich Hansheinz Hauser mit ganzer Kraft und mit nachhaltigem Erfolg eingesetzt«, würdigte Kammerpräsident Andreas Ehlert Persönlichkeit und Wirken des Verstorbenen.

Hansheinz Hauser wurde am 11. Dezember 1985 von der Vollversammlung erstmals zum Präsidenten der Handwerkskammer Düsseldorf gewählt. Im Fünfjahresturnus war er dreimal im Amt des Kammerpräsidenten bestätigt worden, zuletzt am 6. März 2001. Über ein Vierteljahrhundert hinweg, von 1969 bis 1994, hatte der Wirtschaftspolitiker den Vorsitz der Mittelstandsvereinigung der CDU Nordrhein-Westfalen inne. In seiner Eigenschaft als Spitzenrepräsentant des NRW-Handwerks hatte Hauser unter anderem die Gründungsoffensive von Landesregierung und Wirtschaftsorganisationen in Nordrhein-Westfalen initiiert und geprägt und damit zu einer Neubewertung der unternehmerischen Tätigkeit in diesem Bundesland maßgeblich beigetragen. Auch am Zustandekommen des »Ausbildungskonsens NRW« und am »Meister-Bafög« hatte Hauser maßgeblich Anteil. Für seine herausragenden Leistungen um das Gemeinwohl der Bundesrepublik war Hansheinz Hauser im August 2000 mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Am 9. September 2002 schließlich war der damals 80-Jährige vom Rat seiner Heimatstadt einstimmig zum Ehrenbürger ernannt worden.

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Vorwort:

Handwerk vor wichtigen Weichenstellungen

Liebe Leserinnen und Leser,

in Nordrhein-Westfalen haben die Schulferien begonnen, doch mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung bleibt kaum Zeit zum Ausruhen. Hat das Handwerk auch in den kommenden Monaten noch genügend Aufträge, um Stabilitätsanker der Wirtschaft zu bleiben? Und finden die Betriebe noch den passenden Nachwuchs, damit freie Ausbildungsplätze gut besetzt werden können?

Die Politik überlegt, wie sie Anreize für Ausbildung schaffen kann. Die Partner im NRW-Ausbildungskonsens sind sich einig, dass Aktionismus uns aktuell nicht weiterhilft. Derzeit geht es vor allem um eine Frage: Wie bringen wir geeignete junge Leute und die Betriebe zusammen? Es gilt, mit aller Macht für die Ausbildung zu trommeln. Die Perspektiven im Handwerk sind für motivierte Jugendliche nach wie vor gut – selbst in der augenblicklichen Situation.

Damit das so bleibt, braucht das Handwerk auch in den kommenden Monaten Aufträge. Zu befürchten ist, dass im Herbst gewerbliche Aufträge weiter einbrechen. Damit dieser Einbruch zumindest ein wenig abgefedert werden kann, sind Aufträge der öffentlichen Hand gefragt. Investitionsbedarf in Nordrhein-Westfalen und Deutschland gibt es reichlich. In diesem Sinne begrüßen wir sehr, dass das Land zur Belebung der Konjunktur Rahmenbedingungen bei Förderprogrammen entscheidend verbessert. Bis zu 90 Prozent kann nun die Förderquote betragen. Das hilft den Kommunen als wichtige Auftraggeber für viele Handwerksunternehmen. Wichtig ist, dass aus der Theorie jetzt Praxis wird und dass die Programme nicht nur aufgelegt, sondern vor allem auch genutzt werden.

Das Handwerk hält zusammen.

Bleiben Sie gesund!

Ihr

Matthias Heidmeier
Hauptgeschäftsführer

 

Betriebe suchen jetzt Auszubildende wegen bisheriger Kontaktbeschränkungen:

Neues Online-Angebot der Handwerkskammern

Mit der Online-Plattform www.whkt.de/findedeinhandwerk unterstützen die Handwerkskammern in NRW und der Westdeutsche Handwerkskammertag junge Menschen auf dem Weg in die berufliche Ausbildung. Der neue Online-Service bietet passend zur Coronazeit ein sehr einfaches wie effizientes Angebot. Jugendliche, die noch in diesem Jahr eine Anschlussperspektive nach der Schule suchen, melden sich mit Angabe ihres Wunschberufs auf der Website www.whkt.de/findedeinhandwerk und die Handwerkskammer vor Ort vermittelt passende Ausbildungsbetriebe in der Region der bzw. des Ausbildungssuchenden.

Notwendig ist diese Gemeinschaftsaktion der Handwerkskammern, weil aufgrund der Kontaktsperren in den vergangenen Monaten das Matching zwischen Ausbildungsbetrieben und Lehrstellensuchenden nicht funktioniert hat und unzählige Ausbildungsplätze bis heute unbesetzt sind. Die Handwerkskammern wollen mit diesem Angebot sehr niederschwellig und im ersten Schritt rein digital den Weg in betriebliche Ausbildung eröffnen.

Das Interesse des Handwerks besteht darin, interessierte junge Menschen mit passenden Betrieben regional zusammenzubringen. Die Ausbildungsberatung der Kammern kennt sämtliche Karrierewege im Handwerk – vom geprüften Berufsspezialisten, über den Handwerksmeister und Bachelor Professional bis hin zum Master Professionell – und kann so optimal beraten, damit die Bewerbung und damit der Einstieg gelingt.

Ausbildungsprämien – Betriebe vor Enttäuschungen schützen

Auf Bundesebene wurden in den letzten Wochen verschiedene Prämien für Ausbildungsbetriebe diskutiert, konzipiert und politisch verkündet. Die Konkretisierungen führen dazu, dass bereits heute klar ist, dass viele Handwerksbetriebe, die im gleichen Umfang wie in den Vorjahren ausbilden, nicht in den Genuss einer Ausbildungsprämie in Höhe von 2.000 Euro kommen werden. Denn weitere Kriterien sind relevant. Eine Mindestzeit von coronabedingter Kurzarbeit in zurückliegenden Monaten oder Umsatzeinbrüche von mindestens 60 Prozent in bestimmten Monaten dieses Jahres werden zusätzlich vorausgesetzt. Auch die Ausbildungsprämie in Höhe von 3.000 Euro für Ausbildungsbetriebe, die mehr als im Schnitt der letzten drei Jahre ausbilden, soll an die erhebliche Coronabetroffenheit mit den gleichen Kriterien geknüpft werden. Deshalb ist es wichtig, dass alle Beratungen und Publikationen Richtung Ausbildungsbetriebe im Handwerk keine Hoffnungen wecken, die später (nach Ende der Probezeit der Auszubildenden) zum Auszahlungszeitpunkt nicht erfüllt werden. Für die Übernahmezuschüsse gilt das nicht. Wer einen Auszubildenden aus einem coronabedingten Insolvenzbetrieb übernimmt, soll einmalig 3.000 Euro erhalten.

Nach jetzigem Stand sollen alle Ausbildungsprämien über die Arbeitsagenturen beantragt und bewilligt werden. Gleiches gilt für eine Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung. Hier soll ein Großteil der Ausbildungsvergütung erstattet werden, wenn im Betrieb mindestens 50 Prozent Arbeitsausfall zu verzeichnen ist und trotzdem weiter ausgebildet wird. Über die darüber hinaus angekündigte Förderung einer übergangsweisen Auftrags- oder Verbundausbildung wird der WHKT im nächsten Report informieren.

»Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken«:

Projektaufruf für Sonderprogramm auch für Handwerksunternehmen interessant

Viele Einzelhändler in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Herausfordernd waren die vergangenen Wochen insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die bislang noch keine Internetpräsenz haben.

Digitale Technologien können dabei helfen, die Krise zu überwinden: Kundinnen und Kunden haben sich zunehmend an digitale Services und Informationskanäle gewöhnt und werden diese auch in Zukunft verstärkt nutzen. Mit dem Projektaufruf »Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken – Sonderprogramm 2020«, das auch für entsprechende Handwerksunternehmen mit Ladengeschäften interessant ist, will die Landesregierung Unternehmen auf dem Weg in die Digitalisierung begleiten.

Der Projektaufruf richtet sich an Unternehmen des stationären Einzelhandels, die nicht mehr als 49 Beschäftigte haben und auf einen Umsatz von maximal zehn Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von bis zu zehn Millionen Euro kommen. Gefördert werden über einen Zeitraum von maximal sechs Monaten kurzfristige Projekte von Kleinunternehmen, die sich erstmalig digital aufstellen oder den Auf- oder Ausbau der digitalen Technologien für ihr Unternehmen voranbringen wollen. Der Höchstbetrag der Förderung liegt bei 12.000 Euro bei einem Fördersatz von bis zu 80 Prozent. Das Projekt muss zudem unmittelbar der Abwehr oder der Abmilderung der Folgen der Corona-Krise dienen.

Projektideen können ab sofort bis zum 30. August 2020 beim Projektträger ETN eingereicht werden. Weitere Informationen zum Aufruf, Bewerbungsunterlagen und die Fördergrundlagen finden Sie unter www.digihandel.nrw.

Ausbildungskonsens NRW:

Ausbildungsmarkt wird landesweit und regional mit gewisser Sorge begleitet

Völlig logisch ist, dass die Corona-Pandemie auch den Ausbildungsmarkt negativ beeinflusst. So sind nicht nur Betriebe und Jugendliche sowie deren Eltern verunsichert, wie man sich bei Kontaktbeschränkungen verhält, sondern auch Maßnahmen der beruflichen Orientierung, Vermittlungsbemühungen und Veranstaltungen zum Matching waren während des Shutdowns völlig lahmgelegt. Das Kennenlernen der Ausbildungsvertragspartner über digitale Kanäle fand in Einzelfällen erfolgreich statt, konnte jedoch das übliche Matching nicht ersetzen.

Die Partner des Ausbildungskonsenses sind sich einig, dass die Entwicklung am Ausbildungsmarkt intensiv beobachtet und analysiert werden müsse, um richtige Schlüsse für die Besetzung von offenen Ausbildungsplätzen und für die Schaffung von Ausbildungsmöglichkeiten für Schulabgängerinnen und Schulabgänger zu ziehen. Regelmäßig tauscht sich sowohl die Spitzenebene als auch die Arbeitsebene dazu aus und sieht zunächst Aktivierungs- und Matchingmaßnahmen als besonders zielführend an.

In der letzten Woche vor den Ferien haben alle Koordinatoren für Studien- und Berufswahl konkrete Informationen über freie Ausbildungsplätze in der jeweiligen Region mit der Bitte erhalten, diese an die Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen sowie deren Eltern zu verteilen, um die durch Schulschließung besonders betroffenen Jugendlichen zu Bewerbungen zu motivieren – dies ist eine Gemeinschaftsaktion des Ausbildungskonsenses, die federführend die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit in Abstimmung mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung organisiert hat. In der Information wird auch gezielt auf die Ausbildungsbörsen der Handwerkskammern hingewiesen, denn die Kammerorganisationen waren in die Gemeinschaftsaktionen unmittelbar eingebunden.

Im Ausbildungskonsens NRW werden die am 24. Juni vom Bundeskabinett verabschiedeten Eckpunkte für ein Bundesprogramm »Ausbildungsplätze sichern« intensiv bewertet sowie geprüft, welche Maßnahmen zusätzlich im Herbst je nach Ausbildungsmarktlage in den einzelnen Regionen notwendig sind.

Arbeit des Ehrenamtes unterstützen:

WHKT startet Umfrage zu Angeboten der Handwerksorganisationen für Ehrenamtsträgerinnen und Ehrenamtsträger

Im Rahmen eines durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Projekts führt der WHKT aktuell eine Online-Befragung unter allen Handwerksorganisationen durch. Im Kern geht es um die Fragestellung, mit welchen speziellen Angeboten der Handwerksorganisationen Ehrenamtliche zur Unterstützung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit erreicht werden und wo ein Entwicklungs- und Ausbaubedarf gesehen wird.

842 Innungen, 42 Landesinnungsverbände, 37 Kreishandwerkerschaften und 7 Kammern in NRW sind aufgerufen und herzlich gebeten, sich an der Umfrage zu beteiligen, damit der WHKT die aktuelle Situation möglichst umfassend analysieren kann.

Zur Umfrage gelangen Sie über folgenden Link: http://umfrage.handwerk.nrw/s/4ccc186

Projekt ValiKom Transfer:

Erste digitale Bewerterschulung durchgeführt

Berufsexpertinnen und -experten bewerten im Rahmen des Validierungsverfahrens die beruflichen Kompetenzen der Teilnehmenden. Bisher wurden sie durch die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) mit einer Präsenzschulung auf ihre Aufgabe als Bewerter/innen vorbereitet. Durch die coronabedingten Einschränkungen konnten in den letzten Monaten jedoch keine Schulungen durchgeführt werden.

Um die Schulung zukunftsorientiert aufzustellen, hat die ZWH die letzten Wochen genutzt und eine digitale Alternative in Form eines Online-Seminars aufgebaut. Damit soll es den Berufsexpertinnen und -experten ermöglicht werden, von zu Hause über Videochat an dem Seminar teilzunehmen. Um das Gelernte zu verfestigen, werden bei der Präsenzschulung Übungen in Kleingruppen eingesetzt. Dass dies auch in Online-Seminarform möglich ist, hat der erste Testlauf im Juni gezeigt. Mit insgesamt 10 Berufsexperten und -expertinnen wurde die digitale Schulung erfolgreich getestet, so dass die Projektkammern zukünftig die Möglichkeit haben, die Schulung entweder als Präsenzschulung unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln durchzuführen oder in Form eines ortsungebundenen Online-Seminars.

An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt »ValiKom Transfer« sind 11 Handwerkskammern, 17 Industrie- und Handelskammern, 2 Landwirtschaftskammern, das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) sowie der WHKT beteiligt.

Weitere Informationen unter www.validierungsverfahren.de.

Vorerst keine Änderungen zu erwarten:

Europäische Kommission legt Bericht zur Datenschutzgrundverordnung vor

Zwei Jahre ist es her, dass die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten ist. Damals, im Mai 2018, sorgten die EU-Datenschutzregeln für einen Aufschrei bei Handwerksbetrieben. Fragt man heute Unternehmen nach Bürokratielasten, gehört die DSGVO weiterhin zu den oft genannten Rechtsakten.

Am 24. Juni 2020, zeitnah zum zweiten Jahrestag des Inkrafttretens der Verordnung, hat die Europäische Kommission einen Bericht zur DSGVO vorgelegt. Dessen Ziel sollte es sein, die Umsetzung der Verordnung in den Mitgliedstaaten zu bewerten und gegebenenfalls Anpassungsbedarfe zu identifizieren.

Das Wichtigste zuerst: Die Kommission schlägt keine Regeländerungen vor. Sie hält dies für verfrüht. Das heißt fürs Erste – voraussichtlich für die kommenden zwei Jahre – bleibt alles beim Alten. Dabei erkennt die Europäische Kommission durchaus an, dass die Umsetzung der DSGVO gerade für kleine und mittlere Unternehmen eine Herausforderung darstellt. Sie wehrt sich aber ausdrücklich dagegen, kleine Unternehmen durch Ausnahmen von den Anforderungen der Verordnung zu befreien. Ihr Argument: Entscheidend ist nicht die Zahl der Beschäftigten, sondern die Datenschutzrelevanz der betrieblichen Tätigkeit (gefahrenbezogener Ansatz). Kurzfristig stellt die Europäische Kommission deswegen nur in Aussicht, kleine und mittlere Unternehmen mit Handlungshilfen zu unterstützen. Außerdem sollen im Jahr 2020 erneut Fördergelder im Umfang von einer Million Euro bereitgestellt werden. Mittelfristig zieht sie auch legislative Maßnahmen in Betracht. Das betrifft zum Beispiel Vereinfachungen für Verarbeitungsverzeichnisse von KMU mit geringem Datenschutzrisiko.

Den Bericht finden Sie unter https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/1_en_act_part1_v6_1.pdf.

Stärkere Stimme im Gesundheitswesen:

Gesetz zur Errichtung der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen verabschiedet

Pflegekräfte in Nordrhein-Westfalen bekommen nun eine stärkere Stimme im Gesundheitswesen. Der Landtag stimmte am 24. Juni 2020 für die Gründung einer Pflegekammer und verabschiedete das Gesetz zur Errichtung der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen. Sie soll die Qualität der Pflege sichern, Standards für eine gute Berufsausübung festlegen und überwachen sowie Fort- und Weiterbildungsangebote entwickeln. Zudem ist vorgesehen, dass die Kammer zukünftig auch die Zuständigkeit für Examen in der Pflegeausbildung bekommen soll.

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WHKT-Report in neuem Gewand

Liebe Leserinnen und Leser,

... Handwerk steht für Know-how, für Innovationen und Visionen. Handwerk ist modern, zukunftsorientiert und geprägt vom Gestaltungswillen – und das seit jeher und aus Tradition. Kurz: Das Handwerk ist der Ort, an dem sich die Megathemen der Digitalisierung konkret in der Lebenswelt auswirken. Dieses moderne Selbstverständnis wollen wir als Dachorganisation der Handwerkskammern in NRW zum Ausdruck bringen. Aus diesem Grund haben wir unseren WHKT-Report einer Generalüberholung unterzogen. Die Ihnen nun vorliegende Ausgabe 02/2020 präsentiert sich nicht nur optisch in neuem Gewand, sondern ist auch übersichtlicher und entspricht den veränderten Lesegewohnheiten z.B. auf mobilen Endgeräten.

Wir haben nicht nur unseren WHKT-Report, sondern auch unsere Webseite www.whkt.de umfassend neu gestaltet. Schauen Sie einfach rein. Über Ihr Feedback zum neuen WHKT-Report und zur neuen Webseite per E-Mail an kontakt@whkt.de freuen wir uns.

Ihr
Matthias Heidmeier
Hauptgeschäftsführer

In eigener Sache:

Ganz neu, ganz frisch, ganz anders: WHKT mit neuer Homepage online

Visuell modern und benutzerorientiert präsentiert sich die neue Webseite des WHKT unter www.whkt.de. Vom Design über die Struktur und Funktionalität – die Seite wurde komplett neu konzipiert und umgesetzt.

Neben der Neustrukturierung des vielfältigen Informationsangebotes des WHKT stand vor allem der Faktor »Aktualität« bei der Konzeption der Seite im Vordergrund. So bieten etwa das neue Newsmodul sowie das Terminmodul schnellstmöglich einen Überblick über aktuelle Meldungen, Neuigkeiten und Termine schon auf der Startseite. Auch die Anmeldung zu Newslettern und Pressemeldungen des WHKT ist nun noch einfacher möglich. Ergänzt wird das Angebot der Startseite durch Feature-Module, in denen unterschiedliche Themen aufgegriffen und kurz dargestellt werden.

Der großen Informationsvielfalt zu unterschiedlichsten Daten, Fakten und Themen rund um das Handwerk in NRW trägt die neue und übersichtliche Navigationsstruktur Rechnung. Einzelne Themenbereiche sind so schneller zu finden und stellen sich übersichtlicher dar – selbstverständlich responsiv, also optimal auf allen Endgeräten.

Nicht zuletzt wurde auch »unter der Haube« von www.whkt.de emsig gearbeitet, ein neues CMS-System aufgesetzt und die Webseite fit für die Zukunft gemacht.

»Bei der Konzeption stand, neben der maximal möglichen Benutzerfreundlichkeit und dem ansprechenden, klaren Design, vor allem der Newsbereich und die schnelle Auffindbarkeit unserer Newsletter-Angebote sowie unserer vielfältigen Themenbereiche im Vordergrund«, so Matthias Heidmeier, Hauptgeschäftsführer des WHKT.

Europa:

Eckpunktepapier zur Europapolitik veröffentlicht

WHKT, IHK NRW und unternehmer nrw haben ein gemeinsames Eckpunktepapier zur Europapolitik vorgelegt. Ziel der Initiative ist es, die Debatte über die Europapolitik in Nordrhein-Westfalen zu verstetigen.

Auf europäischer Ebene werden Entscheidungen mit weitreichenden Auswirkungen für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen getroffen. Das zeigt sich immer wieder. Man denke etwa an die DSGVO, an die Vorgaben zur energetischen Gebäudesanierung oder an das Beihilferecht. Auch im Jahr 2020 stehen für das Handwerk potenziell bedeutende Vorhaben an. Nächste Woche soll der Vorschlag für ein europäisches Klimagesetz verkündet werden. Darüber hinaus sieht das von der Europäischen Kommission vorgelegte Arbeitsprogramm 2020 vor, dass die Vorgaben über unternehmerische Berichtspflichten überprüft werden, angekündigt ist ein Digitalgesetz und im 4. Quartal wird voraussichtlich der Vorschlag für eine europäische Arbeitslosenrückversicherung vorgelegt werden.

Das Eckpunktepapier behandelt zehn thematische Schwerpunkte. Diese illustrieren die große Vielfalt an Themen, die die drei Organisationen bewegen. Zudem bezeugt das Papier den Willen der Organisationen, sich auf Handlungsempfehlungen zu verständigen, um sich gemeinsam für mittelstandspolitische Interessen in Europa stark zu machen und gemeinsam nach Lösungen für die Anliegen ihrer Mitglieder zu suchen. IHK NRW, unternehmer nrw und WHKT wollen die politischen Entscheidungen in der nächsten Legislaturperiode intensiv begleiten und sie im Sinne der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen mitgestalten.

Das Eckpunktepapier ist verfügbar unter: www.whkt.de/fileadmin/download/impuls-eu_18-02-2020_download.pdf.

Save-the-date:

Vorankündigung für den 9. Meistertag NRW am 04.09.2020

Der Meistertag NRW des Westdeutschen Handwerkskammertages hat sich in den vergangenen Jahren als Veranstaltung zur Wertschätzung der Leistungen junger Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister etabliert. In diesem Jahr findet der Meistertag NRW am Freitag, den 04.09.2020, im Handwerkskammerbezirk Düsseldorf statt. Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat seine Teilnahme bereits zugesagt.

Weitere Informationen zum Meistertag NRW finden Sie unter www.meistertag-nrw.de.

Forderungskatalog des Handwerks:

Bürokratie darf Betriebe nicht überfordern und an den Rand der Leistungsfähigkeit bringen

Foto: ZDH/Schüring

Am 12. Februar überreichte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH), einen Forderungskatalog, der die Vorschläge des Handwerks hinsichtlich der Entlastung von Betrieben von Überregulierung und Bürokratie klar zum Ausdruck bringt, an Staatsminister Dr. Hendrik Hoppenstedt. Die Politik müsse endlich einsehen, dass die Gesetzgebung zunehmend an der Lebenswirklichkeit und Leistungsfähigkeit unserer Betriebe vorbeigehe, so Wollseifer zum Forderungskatalog.

»Viele Handwerker schwanken zwischen Wut und Resignation angesichts der Fülle an Regularien, Vorschriften, Dokumentationsvorgaben und -pflichten«, so Wollseifer. »Woran es in der Praxis hakt und was zu tun ist, hat die Handwerksorganisation über das gesamte letzte Jahr in zahlreichen Veranstaltungen und Gesprächen mit Handwerkerinnen und Handwerkern ermittelt. Fest steht: Gesetzgeber und Verwaltung müssen umdenken.

Wir brauchen Kontinuität statt kontinuierlicher Änderungen von Gesetzen, Freiräume statt pauschalem Misstrauen gegenüber Betrieben, Digitalisierung statt dezentralem Stückwerk und Kooperation statt Bestrafung durch Vollzugsbehörden. Der Betriebsalltag ist überreguliert. Der Paragraphendschungel muss konsequent gerodet werden.

Die Vorschläge des Handwerks liegen auf dem Tisch, und der Weg aus der Sackgasse ist klar. Jetzt braucht es Entschlossenheit und Willenskraft aller Verantwortlichen aus Bundesregierung, Bundestag und Verwaltung, diesen Weg zielstrebig und gemeinsam zu gehen.«

Die Vorschläge des Handwerks zum Bürokratieabbau können unter www.zdh.de/buerokratieabbau abgerufen werden.

Klare Worte. Viele Glückwünsche:

Geburtstagsempfang des WHKT-Präsidenten Hans Hund in Raesfeld

Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft folgten der Einladung des WHKT zum Geburtstagsempfang für Präsident Hans Hund am 17.02. auf Schloss Raesfeld, darunter NRW-Bildungsministerin Gebauer und Verkehrsminister Wüst. Die Festrede hielt der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann. Er bezeichnete den 70-jährigen Hans Hund als Botschafter für die berufliche Bildung und ein funktionierendes Gemeinwesen. Zugleich betonte Minister Laumann die Bedeutung des Handwerks für das Land NRW. Handwerk sorge für Arbeitsplätze und Wertschöpfung auch außerhalb der Großstädte. Es bedeute, in seiner Heimat verwurzelt zu sein und dort Verantwortung zu übernehmen.

Für das Handwerk gratulierten Andreas Ehlert, Präsident von Handwerk.NRW, und für den WHKT-Vorstand die Vizepräsidenten Berthold Schröder und Felix Kendziora sowie WHKT-Hauptgeschäftsführer Matthias Heidmeier. Anstatt nur zurückzublicken, schauten alle Redner vor allem voraus: das Handwerk ist digital, innovativ und bietet jede Menge Aufstiegschancen.

Seine Dankesrede verband Präsident Hund mit dem Wunsch, die Akademie Schloss Raesfeld zu einem Aushängeschild handwerklicher Fortbildung zu entwickeln.

Zum Präsidenten des Westdeutschen Handwerkskammertags und damit zu einem Spitzenvertreter des Handwerks in NRW wurde Hans Hund von den sieben Handwerkskammern in NRW im Jahr 2016 gewählt. 2019 bestätigte die Vollversammlung des WHKT Hans Hund für eine weitere Amtszeit.

Bildmaterial finden Sie unter https://www.whkt.de/owncloud/index.php/s/F6kkZ2gaMrtij0N.

Minister Karl-Josef Laumann (m.) mit Hans Hund und Marlies Hund

Wilhelm Korth MdL, Henning Rehbaum MdL, Hans Hund, Minister Hendrik Wüst, Minister Minister Karl-Josef Laumann, Frau Marlies Hund (v.l.n.r.)

WHKT-Hauptgeschäftsführer Matthias Heidmeier (l.) und die WHKT-Vizepräsidenten Berthold Schröder (2.v.r.) und Felix Kendziora (r.) überreichen WHKT-Präsident Hans Hund ein Bildgeschenk

WHKT-Hauptgeschäftsführer Matthias Heidmeier, Minister Karl-Josef Laumann, Ministerin Yvonne Gebauer, Präsident Hans Hund, WHKT-Vizepräsident Berthold Schröder, Präsident Handwerk.NRW Andreas Ehlert sowie WHKT-Vizepräsident Felix Kendziora (v.l.n.r.)

Digitalisierung des Vergabeprozesses:

Start des elektronischen Nachprüfungsmoduls für NRW

Am 11. Februar 2020 startete in Nordrhein-Westfalen ein neues elektronisches Nachprüfungsmodul. Dies ist ein weiterer Schritt der Digitalisierung des Vergabeprozesses. Er setzt die elektronischen Wege des Vergabeprozesses für Nachprüfungsverfahren fort und vernetzt digitale Arbeitswege innerhalb der Verwaltung und zwischen Verwaltung und Justiz.

Der digitale Weg stärkt die Rechtssicherheit, verkürzt die Zeit für die Aktenübersendung erheblich und bietet durch Papierlosigkeit ökologische und auch wirtschaftliche Vorteile.

Mit dem neuen Modul können in Nachprüfungsverfahren die Vergabe- und Angebotsunterlagen elektronisch von der Vergabestelle an die Vergabekammern und von dort auch dem Vergabesenat des Oberlandesgerichtes Düsseldorf zur Verfügung gestellt werden. Das Nachprüfungsmodul ist ein digitaler Ansichtsraum. Die Unterlagen können darin nicht verändert oder bearbeitet werden. Vergabestellen, die die Module »Vergabemarktplatz« oder »Vergabemanagementsystem« des Vergabeportals NRW nutzen oder auf dem Vergabeportal NRW angemeldet sind, können das Nachprüfungsmodul einsetzen.

Bereits seit Oktober 2018 stehen in EU-Vergabeverfahren die Vergabeunterlagen, die Bieterkommunikation sowie die Angebote elektronisch zur Verfügung. Viele Vergabestellen nutzen darüber hinaus auch E-Vergabe-Lösungen und haben aus dem entsprechenden System bereits eine elektronische Vergabeakte vorliegen. Um im Falle eines Nachprüfungsverfahrens oder einer Beschwerde die elektronisch vorhandenen Unterlagen künftig nicht mehr ausdrucken und an die Vergabekammer bzw. den OLG-Vergabesenat senden zu müssen, können diese Unterlagen zukünftig in elektronischer Form zur Verfügung gestellt werden.

Jede Vergabestelle des Landes NRW sowie der NRW-Kommunen hat bereits Zugangsdaten zum Vergabeportal des Landes NRW unter www.vergabe.nrw.de. Sofern Handwerksbetriebe als Bieter noch keine Zugangsdaten haben, können diese unter vergabeportal@d-nrw.de formlos und kostenfrei unter Nennung von Name, Vorname, E-Mail-Adresse beantragt werden. Im Vergabeportal sind zudem wertvolle Informationen rund um das Thema Vergabe eingestellt.

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW hat zu der Frage, welche einzelnen Schritte erforderlich sind und wie mit der Anwendung umzugehen ist, einen Leidfaden zum Nachprüfungsmodul herausgegeben. Der Leitfaden kann unter »Vergabe.NRW« über den nachstehenden Link heruntergeladen werden: https://www.vergabe.nrw.de/sites/default/files/media/document/file/Leitfaden_final-NPM.pdf

Berufliches Können sichtbar machen:

Animationsfilm erklärt Validierungsverfahren

Mit einem neuen Animationsfilm wird das Validierungsverfahren, mit dem berufliche Kompetenzen formal Ungelernter bewertet und zertifiziert werden können, anschaulich erklärt. Schritt für Schritt wird ein Teilnehmender durch das Verfahren begleitet bis er schließlich sein Zertifikat in den Händen hält. Der Film ist abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=CLSpDkQedjw

Im Film „»Können« sichtbar machen – Berufliche Kompetenzen validieren“, der bereits im Rahmen des Vorprojekts erstellt wurde, werden zwei reale Teilnehmende portraitiert. Sie haben Validierungsverfahren im Beruf »Fliesenleger/in« bzw. »Restaurantfachfrau/mann« durchlaufen. Dieser Film vermittelt einen Eindruck davon, wie vielfältig die Teilnehmenden und ihr beruflicher Weg sind: https://www.youtube.com/watch?v=t2ZJeLdn9Os

Interessierte erhalten auf der Webseite des Projekts »ValiKom Transfer« (www.validierungsverfahren.de) umfangreiche Informationen zum Verfahrensablauf. Außerdem sind die Ansprechpersonen aller beteiligten Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern sowie Landwirtschaftskammern und die angebotenen Berufe dort zu finden.

An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt »ValiKom Transfer« sind 11 Handwerkskammern, 17 Industrie- und Handelskammern, 2 Landwirtschaftskammern, das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) sowie der WHKT beteiligt.

Projekt NetQA:

Erste Schulungen zur Qualifikationsanalyse und regionale Austauschformate in Sachsen und Niedersachsen

Neben den finanziellen Mitteln des Sonderfonds Qualifikationsanalysen ist es vor allem Expertise, mit der das Verbund-Projekt zuständige Stellen bei der Berufsanerkennung mit Qualifikationsanalysen gemäß § 14 BQFG unterstützen möchte. Erfolgreiche Angebote aus dem Vorgängerprojekt »Prototyping Transfer« (2015–2018) wie Präsenzschulungen zur Vorbereitung und Durchführung von Qualifikationsanalysen wurden mit überarbeitetem Schulungskonzept beibehalten. Die erste Pilotschulung für Kammermitarbeitende der Industrie- und Handelskammern fand Anfang Dezember in Potsdam statt. Für die erste Jahreshälfte 2020 sind bereits zwei Schulungen für berufsfachliche Expertinnen und Experten geplant. Zuständige Stellen beauftragen Experten zur Durchführung der Qualifikationsanalyse als handlungsorientierte Kompetenzfeststellung bei fehlenden schriftlichen Nachweisen.

Um die Zielgruppen noch besser zu erreichen, werden derzeit von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) zusätzliche Online-Angebote wie Webinare sowie eine Lernplattform mit Materialsammlung erstellt. In den Webinaren sollen verschiedene Inhalte rund um die Qualifikationsanalyse vertieft werden. Für berufsfachliche Expertinnen und Experten ist zudem eine Kombination der Angebote im Blended-Learning-Modell angedacht.

Bundesweit ist die Erfahrung mit Qualifikationsanalysen bei zuständigen Stellen sehr heterogen. Bedarfsanalysen hatten darüber hinaus gezeigt, dass es einen Bedarf an Austausch zum Thema mit anderen zuständigen Stellen gibt. Im Sinne des Aufbaus eines nachhaltigen Expertise-Netzwerks möchte »NetQA« Kammern eine Plattform bieten, sich mit anderen zuständigen Stellen zu Anerkennungsverfahren mit Qualifikationsanalysen auszutauschen und zu vernetzen. Der erste regionale Austausch für Handwerkskammern Ende November in Dresden wurde dementsprechend sehr gut angenommen. Für den 3. März 2020 ist ein gemeinsamer Erfahrungsaustausch für BQFG-Sachbearbeitende der Handwerks-kammern sowie Anerkennungsberaterinnen und Anerkennungsberater der Industrie- und Handelskammern in Osnabrück geplant.

Das Verbund-Projekt »NetQA – Netzwerke für Qualifikationsanalysen« wird bis Ende 2021 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die fachliche Projektsteuerung liegt beim Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT), die Koordination beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Weitere Informationen zum Projekt »NetQA« finden Sie unter www.whkt.de/netqa.

Jahrgang 2019

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Hauptgeschäftsführer Matthias Heidmeier hat Anfang November seine Arbeit im WHKT aufgenommen

Seit Beginn des Monats November arbeitet das Team des WHKT unter der Leitung des neuen Hauptgeschäftsführers. Heidmeier sieht gute Chancen für eine erfolgreiche Interessenvertretung. Der WHKT spiegele das gesamte nordrhein-westfälische Handwerk wider, weil er für die Interessen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer gleichermaßen einstehe. Damit könne man gegenüber Politik und Gesellschaft besonders glaubwürdig auftreten. Es sei nicht nur eine große Chance das Gesamthandwerk zu vertreten, sondern auch eine enorme Verpflichtung. »Wir müssen und wollen den Ausgleich beständig suchen«, so Heidmeier.

Das Handwerk habe allen Grund, selbstbewusst zu sein. »Wir sind entscheidende Stütze der Sozialen Marktwirtschaft – mit über 190.000 Betrieben und über 1,1 Million Beschäftigten allein in NRW«, betont HGF Matthias Heidmeier. Er habe beim WHKT ein motiviertes und kompetentes Team vorgefunden. Gemeinsam wolle man ein effizienter Dienstleister für die Mitglieder, die sieben Handwerkskammern in NRW, sein.

Heidmeier kam von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) aus Berlin nach Düsseldorf. Er will sich in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand insbesondere dafür einsetzen, dass das Handwerk auch in Zukunft geschlossen auftritt und damit seine volle Stärke zeigen kann. Auch wenn die wirtschaftliche Lage des Handwerks insgesamt immer noch ausgesprochen gut sei, müsse man jetzt entschlossen die Weichen für die Zukunft stellen. »Die digitalen Herausforderungen, die schwierige Lage bei der Nachwuchssuche und die belastende Bürokratie für die Betriebe – es gibt viel zu tun«, so Heidmeier.

Im Gespräch:

Sven Giegold MdEP zu Gast bei der WHKT-Vollversammlung

Am 25.10.2019 war der Europaabgeordnete Sven Giegold zu Gast bei der (181.) WHKT-Herbst-Vollversammlung in Düsseldorf.

Er erläuterte den aktuellen Sachstand zur Ernen- nung der Europäischen Kommission für die Amtszeit 2019–2024. Dabei hob er die besonderen Befugnisse des Europäischen Parlaments im Anhörungsverfahren hervor. Ein vergleichbares Prüfverfahren zur persönlichen und fachlichen Eignung für angehende Ministerinnen und Minister gebe es in Deutschland nicht.

Zum Thema »Brexit« äußerte Giegold, dass es auch nach einem Austritt des Vereinigten Königreichs kaum von der Agenda verschwinden werde. Im nächsten Schritt würde eine Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit verhandelt. Das sei ein absehbar komplexer und langwieriger Prozess. So drohe sich das aktuelle »Theater« zu wiederholen.

Mit Blick auf die europäische Klimapolitik warb Sven Giegold dafür, die Veränderungen als Chance zu sehen, auch wenn klar sei, dass nicht alle gleichermaßen gewinnen werden. Er wies darauf hin, dass die Umweltvorschriften in Deutschland in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts strenger gewesen als im Rest der Welt. Das habe Innovationen beflügelt und in einigen Bereichen zur Weltmarktführerschaft beigetragen. Klar sei, die energetische Gebäudesanierung müsse beschleunigt werden. Nach Ansicht der Grünen müsse Bauen darüber hinaus insgesamt nachhaltiger und ressourcenschonender werden, zum Beispiel durch den Einsatz von Baustoffen aus nachwachsenden Rohstoffen.

Gesprächsthema waren außerdem Finanzthemen wie Basel IV, die europäische Einlagensicherung, AnaCredit-Anforderungen und die europäischen Pläne zur grünen Finanzierung.

Lehrlinge und Studierende gleichstellen:

Mehr Wohnunterkünfte für Auszubildende schaffen

Auf der WHKT-Vollversammlung Ende Oktober haben die Spitzen der Handwerkskammern einstimmig ein WHKT-Positionspapier verabschiedet, das Wohnheime für Auszubildende fordert, da diese genauso wie Studierende keine Wohnmöglichkeiten insbesondere in den Ballungsräumen des Landes finden. Während Wohnen in den Städten immer teurer wird, bleiben Ausbildungsplätze zunehmend unbesetzt. Diese Wohnheime sind ebenso für Jugendliche aus einem schwierigen Lebensumfeld wichtig, um erfolgreich eine Ausbildung absolvieren zu können.

Das Land investiert jährlich rund 95 Mio. EUR für Studentenwohnheime. Ein vergleichbares Angebot für Auszubildende fehlt. Dies ist längst überfällig, um die politisch propagierte Gleichwertigkeit von akade- mischer und beruflicher Bildung herzustellen.

Das neue WHKT-Positionspapier ist unter folgendem Link zu finden: www.whkt.de/positionen.

Der WHKT hat sich mit dieser Forderung in einem ersten Schritt an die Landesregierung in NRW gewandt und ein Bündnis für Lehrlingswohnen vorgeschlagen. Darüber hinaus bereitet der WHKT weitere Aktivitäten vor, um dieses berechtigte Interesse der beruflichen Bildung durch Land, Bund und Kommunen in eine Realisierung zu führen.

Aktueller Sachstand:

Agenda zur Stärkung der Berufsbildung

Das Vorhaben der Landesregierung, eine Agenda zur Stärkung der Berufsbildung aufzustellen und Maßnahmen dafür umzusetzen, haben im November gleich zwei Gremien aufgegriffen.

So wurde im Landesausschuss für Berufsbildung über den Kommunikationsprozess berichtet, wie Arbeitsund Schulministerium mit nahezu 30 verschiedenen Organisationen in den Dialog gegangen ist, um auf der Basis eines Vorschlags der Ministerien Anregungen für Änderungen und Ergänzungen zu erhalten. Die Bildungsexperten der sieben Handwerkskammern wurden genauso beteiligt wie der Kreis der Geschäftsführer der Fachverbände des Handwerks. Die Hauptthemenfelder Digitalisierung und Globalisierung, Sicherung des Fachkräftenachwuchses, Übergang von der Schule in den Beruf, Ausund Fortbildung der Lehrkräfte an Berufskollegs, regionale Verantwortung der Berufskollegs wurden durchweg begrüßt. Der WHKT und die Handwerksvertreter haben eine ganze Reihe von konkret fehlenden Punkten für den Maßnahmenkatalog eingebracht. Dazu zählen u. a.:

  • Verschiebung des Anmeldezeitpunkts am Berufskolleg um mehrere Monate nach hinten
  • »Steuerung« des Bildungsgangangebots der Berufskollegs, um Konkurrenzen zur dualen Ausbildung bei immer mehr unbesetzten Ausbildungsstellen zu vermeiden
  • Schulträgerübergreifende Schulentwicklungsplanung
  • Beibehaltung der Marken »Schule« für Berufskollegs und »Bildungszentrum« für von der Wirtschaft verantworteten Berufsbildungszentren, auch bei Einführung von Modellversuchen zur Vernetzung von Berufskollegs
  • Stärkung der von der Wirtschaft verantworteten Bildungsinfrastruktur (Hinweis auf Modernisierungspakt) und auch der Höheren Berufsbildung mit Kammerprüfungen

Die Tatsache, dass es eine Agenda geben wird, ist sehr positiv. Der Kommunikationsprozess war sehr offen und beachtenswert aufwändig. Für eine abschließende Beurteilung einer Agenda müssen jedoch die konkreten Maßnahmen feststehen, die anschließend realisiert werden sollen. Der Dialogprozess wird noch im November beendet sein. Danach werden die Ministerien bis zum Frühjahr 2020 die Agenda ausformulieren und planen, danach die Maßnahmen umsetzen zu können.

Der Schulausschuss des Landtags hat sich ebenfalls mit der Stärkung der Berufsbildung auf Basis eines Antrags von SPD und Bündnis90/Die Grünen befasst und auch die Agenda thematisiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob ein parlamentarisches Gremium dafür eingerichtet werden soll. Der WHKT hat an der Anhörung des Schulausschusses teilgenom- men und dazu eine schriftliche Stellungnahme einge- reicht, die zu finden ist unter www.whkt.de/stellungnahmen.

Die Diskussion im Schulausschuss hat gezeigt, dass viele Themen die Vertreter der Berufsbildung und die Abgeordneten interessieren und der Lehrermangel an Berufskollegs eines der zentralen Themen bleibt.

Fakten zum Azubiticket:

Nachfrage in zwei Monaten in erheblichem Umfang gestiegen

Noch gibt es keine detaillierten Zahlen zur Nutzung des Azubitickets in NRW. Das Ergebnis einer Umfrage des Verkehrsministeriums unter den Verkehrsverbünden zeigt, dass zwei Monate nach Einführung des Azubitickets die Nachfrage um rund 31 Prozent gestiegen ist. Darüber wurden die Mitglieder des Landesausschusses für Berufsbildung in ihrer letzten Sitzung Anfang November in Düsseldorf informiert. Es sind zusätzlich 31.000 Azubitickets im Abonnement verkauft worden. Zudem sind 6.900 Zusatztickets für 20 EUR im Abonnement verkauft worden, die den Gültigkeitsbereich des Verkehrsverbund-Tickets auf ganz NRW ausweiten. Es ist nicht bekannt, welcher Anteil auf Auszubildende und welcher auf Teilnehmer der Höheren Berufsbildung fällt, auch nicht, inwieweit das auf Nachfrage aus dem Handwerk beruht. Insgesamt ist die Steigerung aber als überaus positiv zu betrachten.

In den nächsten Jahren kommt es darauf an, den Preis für das Azubiticket (ca. 82 EUR) Stück für Stück auf den Preis des Semestertickets für Studierende (ca. 32 EUR) abzusenken.

Verbändeanhörung gem. § 35 Abs. 1 GGO des Landes:

Zielsetzung des Gesetzesentwurfs zur Novellierung des E-Government-Gesetzes NRW wird befürwortet

Als eines der zentralen Ziele hat sich die Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag die vollständige Digitalisierung der Arbeit der gesamten Landesverwaltung bis zum Jahr 2025 gesetzt.

Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) befürwortet daher im Rahmen der Verbändeanhörung die Zielsetzung des Gesetzesentwurfs zur Novellierung des E-Government-Gesetzes Nordrhein-Westfalen, die rechtliche Grundlage zur Förderung der nachhaltigen und beschleunigten Digitalisierung der Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zu schaffen. Bestehende Regelungen sind an geänderte Rahmenbedingungen anzupassen und immer mehr Lebensbereiche müssen erfasst und rechtlich abgebildet und einbezogen werden.

Der WHKT begrüßt ausdrücklich alle Initiativen, die zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Standortwettbewerbsfähigkeit Nordrhein-Westfalens führen und die zur effektiven Deregulierung und Entbürokratisierung und dem Abbau der Erschwernisse für Handwerksbetriebe beitragen.

Kleine und mittelständische Unternehmen des Handwerks leiden unter einer viel zu hohen Regelungsdichte und zu langsamen Verwaltungsverfahren. Die administrationsbedingten Leistungen, die Betriebe erbringen müssen, haben in der Vergangenheit kontinuierlich zugenommen. Digitalisierung bedeutet daher für das Handwerk vor allem Entbürokratisierung.

Erforderlich ist ferner, dass der Transformationsprozess innerhalb der Verwaltung beschleunigt und für die Landesverwaltung entsprechend der OZR-Verpflichtung das Jahr 2025 als verbindliches Ziel gesetzt wird. Hier muss auch aus Sicht des Handwerks den steigenden Erwartungen sowohl der Bürgerinnen und Bürger als auch der Unternehmen Rechnung getragen werden.

Das Handwerk in NRW spricht sich auch für die aktive Bereitstellung von Daten der Behörden des Landes in Anlehnung an die entsprechenden Regelung des Bundes aus. Mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Verwaltungshandelns und insbesondere die digitale Teilhabe und Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bietet die Möglichkeiten, Bürokratielast abzubauen und nutzerfreundliche und effizientere Verwaltungsdienste auch in elektronischer Form anzubieten.

Die Handwerkskammern versprechen sich von dem Gesetzesvorhaben aber nicht nur positive Effekte für die Handwerksunternehmen in NRW, sondern auch für die Handwerkskammern, als Einrichtungen der Selbstverwaltung der Wirtschaft, die in vielen Verwaltungsverfahren eingebunden sind. Verwaltungsangelegenheiten einfach, schnell und ortsunabhängig zu gestalten und im Rahmen der Selbstverwaltung der Wirtschaft übertragenen Aufgaben im Internetzeitalter Mitgliedsbetrieben und Beteiligten anbieten zu können, liegt im ureigenen Interesse der Handwerkskammern in NRW und der Handwerksorganisation.

Der WHKT begrüßt zudem die Ankündigung, dass der Gesetzesentwurf nicht nur für Bürgerinnen und Bürger, sondern insbesondere auch für die Wirtschaft keine Verpflichtungen mit Kostenfolgen enthält. In diesem Zusammenhang sprechen sich die Handwerkskammern jedoch dafür aus, die DE-Mail-Verpflichtung nur dann in dem Gesetzesvorhaben aufgenommen wird, wenn sich deren Rahmenbedingungen signifikant verbessern.

Europa:

Dennis Radtke MdEP zu Gast beim WHKT-Arbeitskreis Europa

»Green Deal«, europäischer Mindestlohn, Lohntransparenzmaßnahmen, europäisches KI-Konzept, all dies sind Vorhaben, die die designierte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihren politischen Leitlinien für die ersten 100 Tage ihrer Amtszeit angekündigt hat. Eigentlich hätte diese Amtszeit zum 01. November 2019 beginnen sollen. Wann sie tatsächlich startet, ist derzeit unklar.

Während die neuen Vorhaben also noch in der Pipeline stecken, laufen Gesetzgebungsverfahren zu Vorhaben aus der alten Legislaturperiode, die vor der Europawahl nicht abgeschlossen wurden, weiter. Darunter sind erwartungsgemäß auch einige, die für das Handwerk von erheblicher Bedeutung sind. Man denke an die Lenk- und Ruhezeiten, die Straßenmaut, die Dienstleistungskarte oder die EU-Vorschriften zur Koordinierung der Sozialsysteme. Letztere betreffen unter anderem die A1-Bescheinigung. Sie war Gegenstand eines Gesprächs des WHKT-Arbeitskreises Europa mit dem Europaabgeordneten Dennis Radtke. Radtke ist Mitglied des Beschäftigungsausschusses des Europäischen Parlaments und beschäftigungspolitischer Koordinator der EVP-Fraktion.

Im Rahmen der laufenden Überarbeitung der EU-Vorschriften zur Koordinierung der Sozialsysteme wird unter anderem geprüft, inwiefern eine A1-Bescheinigung bei Geschäftsreisen in einen anderen Mitgliedstaat verzichtbar sein soll. Der Teufel steckt im Detail. Geht es nur um die Teilnahme an Konferenzen und Geschäftsgespräche oder auch um die Erbringung von Dienstleistungen? Meint »kurzfristig« einen Tag, eine Woche oder einen Monat? Diese Fragen werden derzeit in Verhandlungen zwischen Europäischem Parlament, Rat und Kommission erörtert. Der Europaabgeordnete Radtke erläuterte, er wisse um die Probleme, die die A1-Bescheinigung gerade bei kurzfristig anberaumten Terminen im Ausland für Unternehmen mit sich bringt. Er könne sich Erleichterungen vorstellen, soweit ein Zeitraum von einer Woche nicht überschritten werde.

Weiteres Thema war das Vorhaben zum »europäischen Mindestlohn«. Radtke erläuterte, dass noch unklar sei, wie das europäische Mindestlohnkonzept angelegt werde. Sicher sei, es gehe nicht um einen einheitlichen Mindestlohn für alle Mitgliedstaaten. Das sei angesichts der Lohnspreizung nicht vorstellbar. Eine Idee aus Kreisen der Sozialisten gehe dahin festzulegen, dass die Mindestlöhne überall in Europa mindestens 60 Prozent des jeweiligen nationalen Medianlohns betragen sollten. Das sehe er nicht. Radtke warb stattdessen für eine Stärkung des sozialen Dialogs und für mehr Tarifbindung.

Innovationspreis Handwerk:

Preisverleihung an Handwerksbetriebe am 25. November 2019

Am 25.11.2019 wird der Innovationspreis Handwerk im Rahmen des 11. Ständehausgespräches des Wirtschaftsministeriums NRW im K21 in Düsseldorf verliehen.

Erstmalig gibt es den Innovationspreis Handwerk in Nordrhein-Westfalen, weil die Landesregierung sehr zu schätzen weiß, dass Handwerksbetriebe aus ihrer täglichen Arbeit an Problemlösungen für Kunden unzählige kleine und große Innovationen hervorbringen. In enger Abstimmung haben WHKT und MWIDE den Wettbewerb gemeinsam ausgerichtet. Es haben sich am Innovationspreis bis zum Ende der Bewerbungsfrist über 50 Betriebe beworben und die Jury wählte schließlich die Preisträger für beide Kategorien (bis 10 und über 10 Beschäftigte) aus.

Das Wirtschaftsministerium hat sehr breit zur Veranstaltung am 25.11.2019 eingeladen. Online-Anmeldungen sind noch bis zum 20.11.2019 möglich unter https://veranstaltungen-wirtschaft.nrw.de/csr-staendehausgespraech2019

Ein Jahr »ValiKom Transfer«:

Berufliche Kompetenzen von 187 Teilnehmenden sichtbar gemacht

Seit November 2018 bieten insgesamt 30 Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern sowie Landwirtschaftskammern bundesweit ein Validierungsverfahren an, mit dem berufliche Kompetenzen im Vergleich zu einem anerkannten Ausbildungsberuf (»Referenzberuf«) zertifiziert werden. Das Verfahren richtet sich an Personen ohne Berufsabschluss sowie Quereinsteiger/innen, die über mehrjährige Berufserfahrung verfügen und mindestens 25 Jahre alt sind. Berufsexpertinnen und -experten bewerten das Wissen und Können der Teilnehmenden während einer handlungsorientierten Fremdbewertung z. B. durch Arbeitsproben und Fachgespräche.

Bis Ende Oktober 2019 wurden 187 Verfahren abgeschlossen. 87 Personen zeigten, dass sie in einem oder mehreren Bereichen des Referenzberufs über Kompetenzen verfügen. 92 weitere Teilnehmende stellten unter Beweis, dass sie in allen Bereichen des Referenzberufs kompetent sind. Sie alle erhielten ein Zertifikat, das sichtbar macht, in welchen Berufsbereichen Kompetenzen vorhanden sind. Bei 8 Teilnehmenden waren die Kompetenzen hingegen nicht ausreichend, um ein Zertifikat zu erhalten.

Mit 21 Teilnehmenden wurden im Referenzberuf »Friseur/in« die meisten Verfahren durchgeführt. Gefolgt vom Referenzberuf »Kaufmann/-frau für Büromanagement« mit 20 Teilnahmen, »Fachlagerist/in« mit 18 und »Maschinen- und Anlagenführer/in« mit 13 abgeschlossenen Verfahren. Die Berufe »Elektroni­ker/in«, »Koch/Köchin«, »Maler/in und Lackierer/in« sowie »Metallbauer/in« liegen mit je 12 durchgeführten Verfahren gleichauf.

An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt »ValiKom Transfer« sind 11 Handwerkskammern, 17 Industrie- und Handelskammern, 2 Landwirtschaftskammern, das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) sowie der WHKT als Projektleitung beteiligt. Weitere Informationen zum Projekt sind zu finden unter www.validierungsverfahren.de.

Berufsbildungspartnerschaft:

BBP-Projekt in Tansania hat einen durchschlagenden Erfolg

Die im April 2017 gestartete Berufsbildungspartnerschaft des WHKT mit dem tansanischen Berufsbildungsinstitut VETA zeigt mittlerweile sichtbare Ergebnisse. 26 Lehrlinge werden im Bereich Land- und Baumaschinenmechanik am Standort Babati im Rahmen einer dualen Ausbildung geschult. Im Januar 2020 wird ein weiterer Lehrgang in diesem Bildungszentrum starten.

Nicht nur in der Bildungsstätte, sondern auch in den Betrieben wird die Berufsbildungspartnerschaft als großer Erfolg betrachtet. So berichtet ein Betriebsinhaber: »Zuerst hatte ich große Zweifel, weil ich meinen Mitarbeiter regelmäßig für mehrere Wochen zu den Lehrgängen schicken muss. Aber nach schon einem Jahr zählt der Lehrling zu meinen besten Mitarbeitern!«

Betriebe wie auch Auszubildende profitieren spürbar vom Know-how der Ausbilder, die durch deutsche Experten geschult wurden. Auch die Kurzkurse zum Thema »Vermeidung von Nachernteverlusten« sind sehr gefragt. Insbesondere für die örtlichen Farmer stellt das Wissen, das über diese Lehrgänge vermittelt wird, eine enorme Bereicherung dar.

Damit leistet der WHKT in diesem Projekt nach weniger als drei Jahren bereits einen spürbaren Beitrag zum Oberziel des Vorhabens: der Verbesserung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der tansanischen Landwirtschaft. Thomas Rehberg, Langzeitexperte des Projektes, sagt hierzu: »Wir sind hoch erfreut darüber, wie viel wir dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern in Tansania, aber auch der breiten Unterstützung der Kooperationspartner in Deutschland, in der ersten Projektphase erreicht haben.«

Die erfolgreiche Entwicklung dieses Projektes ist nicht zuletzt den verschiedenen Handwerksorganisationen wie auch weiteren Sozialpartnern und Unternehmen aus Deutschland zu verdanken. Die Handwerkskammer Düsseldorf spendete sechs Schweißmaschinen, das Bildungszentrum BGE der Handwerkskammer Aachen und die DEULA Warendorf entsendeten Kurzzeitexperten in das Land. Über die Handwerkskammer Münster wurde im Rahmen des Konkreten Friedensdienstes mehrfach jungen Handwerkern die Gelegenheit gegeben, für vier Wochen in der tansanischen Bildungsstätte zu arbeiten. Die Handwerkskammer zu Köln leistete mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Durchführung internationaler Berufsbildungsprojekte ebenso einen wertvollen Beitrag.

Darüber hinaus trugen Sachspenden verschiedener Stellen dazu bei, dass eine qualitativ hochwertige Ausbildung ermöglicht werden konnte. So spendete die Christian Albrechts-Universität Kiel 22 Computer, und die Firmen RIELA und Niemeyer aus Riesenbeck sowie Holzmann Hydrotec aus München unterstützten das Projekt mit gebrauchten Pflügen, Motoren und Traktoren, die zu Ausbildungszwecken genutzt werden können.

Vor dem Hintergrund des bisherigen Erfolgs wird nun geklärt, mit welchem Schwerpunkt das durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderte Projekt für weitere drei Jahre fortgesetzt wird.

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Ausblick auf die kommenden Monate: Green Deal und Co.

Am 11. Dezember hat die Europäische Kommission ihren »Green Deal« vorgestellt. Im Zentrum der Strategie steht das Ziel der Klimaneutralität der EU bis 2050 und der damit verbundene tiefgreifende Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft.

Der »Green Deal« ist bis jetzt »nur« eine Mitteilung der Europäischen Kommission. Diese ist verknüpft mit einem Fahrplan von 47 Maßnahmen, die in den kommenden zwei Jahren angestoßen werden sollen. Dieser Fahrplan hat es in sich – im Sinne des Umfangs und der Qualität der Maßnahmen. Der Umbau in Richtung Klimaneutralität tangiert alle Bereiche. Entsprechend ist auch das Handwerk absehbar vielfältig betroffen.

Da sind zunächst die Gesetzgebungsvorhaben. Wenn in Zukunft die Treibhausgasemissionen stärker verringert werden als das bisher vorgesehen ist, hat das Auswirkungen auf den Instrumentenkasten. Das kann bedeuten, dass Verkehrs- und Gebäudeemissionen mittelfristig dem Emissionshandel unterliegen. Darüber hinaus werden absehbar Maßnahmen verschärft, z. B. die Emissionsstandards für neue leichte Nutzfahrzeuge. Die Energieeffizienzrichtlinie wird voraussichtlich 2021 erneut geöffnet. Hier könnten Diskussionen über Renovierungspflichten für öffentliche Gebäude erneut entflammen und die Frage, inwiefern Energieversorger für Energieeinsparmaßnahmen bei Kunden verantwortlich sein sollen. Die Energiesteuerrichtlinie soll ebenfalls im Jahr 2021 angefasst werden. Das könnte mittelfristig das Dieselprivileg beenden.

Jenseits der Gesetzgebungsverfahren geht es um Anreize und Unterstützung, insbesondere auch für die Gebäudesanierung.

Der »Green Deal« betrifft auch das im Handwerk viel diskutierte Thema Luftqualität, denn diese hat auch Rückwirkungen auf die Treibhausgasemissionen. Im Jahr 2021 wird voraussichtlich ein Vorschlag zur Überarbeitung der Luftqualitätsrichtlinie veröffentlicht werden. Die Luftqualitätsrichtlinie legt Grenzwerte für Schadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide fest. Zu vermuten ist, dass vor allem die Feinstaubgrenzwerte verschärft werden. Diese sind im internationalen Vergleich, insbesondere mit Blick auf die WHO-Richtwerte, relativ großzügig. Weil Kommunen und Regionen nur begrenzt Möglichkeiten haben, Schadstoffe zu reduzieren, setzt die Verschärfung sinnvollerweise voraus, dass die Emissionen an der Quelle gesenkt werden. Mögliche Hebel sind z. B. Emissionen von Neufahrzeugen, der Ausbau der Infrastruktur für alternative Antriebe, Mindestanforderungen für die Verbrennung von Festbrennstoffen und darüber hinaus Emissionsminderungen in der Landwirtschaft. Solche Verzahnungen, bei denen das Stellen an einer Schraube weitere Maßnahmen nach sich zieht oder diese voraussetzt, sind im Maßnahmenkatalog verbreitet anzutreffen.

Der »Green Deal« ist eines von vielen Vorhaben. Im ersten Quartal des kommenden Jahres sind auch in anderen Bereichen Vorschläge und Strategien zu erwarten. Noch im Dezember könnte der Startschuss für das nächste Europäische Semester fallen, das heißt die wirtschaftspolitische Koordinierung. Für Januar steht eine Roadmap für ein soziales Europa auf der Tagesordnung, verbunden mit einer Initiative für Mindestlöhne in der EU. Im Februar werden unter anderem Maßnahmen zur künstlichen Intelligenz und zur Entgelttransparenz veröffentlicht werden. Im März folgen eine neue KMU-Strategie, ein absehbar umfangreicher Aktionsplan Kreis­laufwirtschaft, eine Bildungsstrategie und ein Binnenmarktbericht mit Schwerpunkt Binnenmarkthindernisse.  Das Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission soll am 29. Januar 2020 veröffentlicht werden. Dann wird klar, wie es in den nächsten Quartalen weitergeht.

Gemeinsam mit MWIDE realisiert:

Erstmalig Innovationspreis Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen vergeben

Ende November wurde erstmalig der »Innovationspreis Handwerk« von Wirtschafts- und Innovationsminister Prof. Dr. Pinkwart an Handwerksbetriebe vergeben. Der WHKT hatte den Wettbewerb gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) konzipiert und die Organisation weitgehend übernommen. Besonders hervorzuheben ist die Anzahl von 53 Bewerbungen um den Innovationspreis, den es in zwei Kategorien gibt – bis 10 und über 10 Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter.

Dabei hatte die Jury große Mühe, sich auf nur einen Preisträger je Kategorie zu beschränken und hatte sich deshalb  entschlossen, für beide Kategorien jeweils zwei Betriebe vorzuschlagen. Das hohe Niveau der vorgeschlagenen Betriebe bewog Minister Prof. Dr. Pinkwart dazu, die Preisgelder zu verdoppeln und in jeder Kategorie nicht nur einen, sondern je zwei Preisträger mit je 10.000 Euro auszuzeichnen und damit seine hohe Wertschätzung gegenüber den Siegerbetrieben und damit dem Handwerk als Ort von Innovationen auszudrücken.

Der Innovationspreis soll alle zwei Jahre vom Wirtschaftsministerium vergeben werden, so dass der nächste Wettbewerb im Jahr 2021 ansteht.

Virtuelle Akademie in Vorbereitung:

WHKT startet Vorhaben, um Ehrenamt noch stärker zu unterstützen

Mit dem vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Projekt »Ehrenamtsakademie« verbindet der WHKT das Ziel, das Ehrenamt im Handwerk zu stärken und Nachwuchs für das Ehrenamt zu sichern. Es werden die Angebote für ehrenamtlich Tätige in NRW gesichtet, zusammengestellt und für Ehrenamtsträgerinnen und Ehrenamtsträger auf einer Plattform transparent gemacht. Zudem sollen zielführende Angebote bereitgestellt und die Durchführung von Workshops mit jungen Ehrenamtsträgerinnen und Ehrenamtsträgern und potentiellen Ehrenamtsträgerinnen und Ehrenamtsträgern erprobt werden, um Inhalte für zu schaffende Weiterbildungsangebote zu ermitteln.

Das Projektvorhaben ist im Dezember 2019 ge­startet und endet im November 2021. Der WHKT wird in absehbarer Zeit auf die Handwerksorganisationen in dieser Sache zugehen.

Berufsbildungsmodernisierungsgesetz I:

Große Aufwertung der Höheren Berufsbildung

Die Abschlussbezeichnungen »Bachelor Professional« und »Master Professional« ergänzen zukünftig unter anderem den Meistertitel und den Abschluss Betriebswirt (HWO). Dies begrüßt der WHKT ausdrücklich. Denn die Entscheidung ist ein wichtiges Signal für die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung in Deutschland. Die Höhere Berufsbildung bekommt damit ein klares Profil. Für unzählige, sehr bedeutende Berufsabschlüsse mit ihren branchenspezifischen Qualifikationsbezeichnungen gibt es eine gemeinsame, verständliche Klammer. National wird anerkannt und international transparent gemacht, was die von der Wirtschaft verantwortete Berufsbildung tatsächlich leistet und sich in Prüfungszeugnissen der Aus- und Weiterbildung widerspiegelt.

Der WHKT befasst sich schon lange mit diesem Thema und hatte bereits im Jahr 2005 maßgeblich an dem Beschluss des Landesausschusses für Berufsbildung in NRW »Einführung des »Bachelor Professional« für Berufsabschlüsse der beruflichen Weiterbildung auf hohem Niveau als zusätzliche Bezeichnung mitgewirkt.

Berufsbildungsmodernisierungsgesetz II:

Zusätzliche Belastungen für Ausbildungsbetriebe in Sicht

Trotz der Aufwertung der Höheren Berufsbildung und den sehr positiven Aspekten des Berufsbildungsmodernisierungsgesetzes muss man feststellen, dass die Ausbildungsbetriebe deutlich mehr belastet werden, so z. B. durch erweiterte Freistellungsverpflichtungen ihrer Auszubildenden im Zusammenhang mit dem Berufsschulunterricht. Jetzt wird es in NRW darauf ankommen, die gesetzliche Regelung, dass der Berufsschultag im Regelfall acht Unterrichtsstunden hat, ernst zu nehmen und flächendeckend umzusetzen. Denn ohne Zustimmung der betroffenen Wirtschaft sollte es nach geltender Rechtslage schon jetzt keine »halben Berufsschultage«, d. h. 4–6 Stunden, geben. In der Anlage A der sog. APO-BK, dem Regelwerk für Berufskollegs heißt es für die Berufsschule: »An einem Tag sind acht Unterrichtsstunden zu erteilen.«

Beitrag zum Klimaschutz:

Energiesparer NRW: Auszeichnung für energieeffiziente Privathaushalte

Sowohl Maßnahmen zur energetischen Modernisierung als auch der Einsatz erneuerbarer Energien und effizienter Technologien leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz.

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen setzt sich daher dafür ein, die Umsetzung von Energie- und Klimaschutzmaßnahmen voranzubringen. Ohne das persönliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger ist dies jedoch nicht möglich.

Im Auftrag des Ministeriums koordiniert die EnergieAgentur.NRW das Projekt Energiesparer NRW. Private Haushalte können sich als Energiesparer NRW präsentieren. Auch wenn man Häusern die inneren, energetischen Qualitäten nicht ansieht – wer in die Energieeffizienz investiert, Energie spart oder die Kraft der Sonne nutzt, leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Vier unterschiedliche Auszeichnungen werden für besonders niedrigen Heizwärmebedarf, besonders effizienten Einsatz von Energie oder für den Einsatz erneuerbarer Energien, z. B. Photovoltaik oder Solarkollektoren, auf Antrag vergeben.

Weitere Informationen der EnergieAgentur.NRW gibt es unter www.energieagentur.nrw/energiesparer.

Die EnergieAgentur.NRW ist langjähriger Kooperationspartner des nordrhein-westfälischen Handwerks und hat bereits zahlreiche erfolgreiche Maßnahmen mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag und weiteren Handwerksorganisationen in den Bereichen Klimaschutz und erneuerbare Energien realisiert.

Europa:

Brexit

Nach den Wahlen am 12. Dezember 2019 hat die Tory-Partei die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Großbritannien geregelt, das heißt auf der Grundlage des von Premierminister Johnson nachverhandelten Austrittsabkommens aus der EU ausscheidet. Voraussichtlicher Austrittstermin ist der 31. Januar 2020. Ein früheres Ausscheiden Großbritanniens ist zwar denkbar, aber unwahrscheinlich, denn das Austrittsabkommen muss sowohl vom britischen als auch vom Europäischen Parlament angenommen werden. Die nächste Plenartagung des Europäischen Parlaments beginnt am 13. Januar 2020.

Für Handwerksunternehmen bedeutet der geregelte Austritt Großbritanniens, dass der Rechtsrahmen für das kommende Jahr im Wesentlichen unverändert bleibt. Wegen der Verzögerung des Brexits ist die Übergangszeit jedoch kurz. Sie endet zum 31. Dezember 2020. Dann soll die Übergangsphase planmäßig in ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien münden. Absehbar ist jedoch, dass die kommenden 12 Monate nicht ausreichen werden, um ein Abkommen zu verhandeln und zu ratifizieren. Das bedeutet für Handwerksunternehmen: Vorsorgemaßnahmen für einen ungeregelten Brexit sollten vorsorglich aufrechterhalten werden, denn dieser ist weiterhin möglich, sofern die Übergangsfrist nicht verlängert wird.

ValiKom Transfer:

Austausch mit dem BMBF zum aktuellen Stand des Projekts »ValiKom Transfer«

Anfang Dezember hat sich der WHKT mit Vertretern des BMBF zum bisherigen Geschehen im Projekt »ValiKom Transfer« ausgetauscht. Im ersten Projektjahr lag der Fokus auf dem Know-how-Aufbau bei den Kammermitarbeitenden sowie den Berufsexpertinnen und Berufsexperten. So konnten bereits über 300 Experten und Expertinnen geschult werden, die die Kompetenzbewertung während eines Validierungsverfahrens durchführen.

Um über das neue Validierungsangebot zu informieren, haben die Projektkammern außerdem zahlreiche Pressemitteilungen, Social Media-Beiträge sowie Artikel in Zeitungen und Online-Medien veröffentlicht und bei Fernsehbeiträgen mitgewirkt. Außerdem wurden Betriebe, Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsverwaltung, Weiterbildungsträger und sonstige Interessierte zu Informationsveranstaltungen eingeladen oder durch Vorträge auf z. B. Konferenzen oder Netzwerkveranstaltungen über das Projekt informiert.

Zusätzlich zeigt der WHKT auf, wieviele Verfahren bisher abgeschlossen wurden und ermöglichte einen Einblick in die Nachhaltigkeit des Verfahrens: Denn mit dem Validierungsverfahren soll nicht nur vorhandenes berufliches Können sichtbar gemacht, sondern auch die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung eröffnet werden. Allen Teilnehmenden wird eine Anschlussberatung angeboten, um mögliche nächste Schritte aufzuzeigen. Personen, deren Kompetenzen nur mit einzelnen Teilen eines Berufs übereinstimmen, können sich beispielsweise fehlende Fertigkeiten und Kenntnisse durch Weiterbildungen oder Training on the Job aneignen. Anschließend können sie einen Folgeantrag stellen und ihre neu erworbenen Kompetenzen bewerten lassen. Dieser Folgeprozess wurde im November erstmals erprobt. In der Bewertung konnte der Teilnehmende im Referenzberuf Kaufmann für Bürokommunikation die bisher fehlenden Kompetenzen nachweisen und hat ein Zertifikat erhalten, das zeigt, dass er nun in allen Bereichen des Berufs über Kompetenzen verfügt.

 An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt »ValiKom Transfer« sind 11 Handwerkskammern, 17 Industrie- und Handelskammern, 2 Landwirtschaftskammern, das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) sowie der WHKT beteiligt.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf www.validierungsverfahren.de.

Ausgezeichnete Handwerksbetriebe:

Die Wirtschaftsmacht von nebenan zeigt, was sie kann

In den letzten Wochen wurden einige Handwerksbetriebe aus Nordrhein-Westfalen in der Öffentlichkeit hervorgehoben, die bemerkenswerte Leistungen erbringen und exemplarisch für die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftssektors Handwerk insgesamt stehen. Die Themen sind die Unternehmensgründung, das Hervorbringen von Innovation und die Ausbildung von Menschen mit Behinderungen.

Vier herausragende Handwerksunternehmen hat Wirtschafts- und Innovationsminister Prof. Dr. Pinkwart mit dem ersten Innovationspreis Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen 2019 ausgezeichnet.

So wie die Firma FORMOTiON GmbH aus Wilnsdorf, die im Rahmen des Umzugs an einen neuen Standort den kompletten Workflow in Prozesse überführte, die automatisierbar sind. Durch die neuen und verbesserten Organisationsmethoden konnten die Geschäftsprozesse neu aufgestellt und verbessert werden. (www.formotion-gmbh.de)

Ebenso wurde die Firma Profi Metall & Technik GmbH aus Stadtlohn für ihr Projekt WERSTEPLift mit dem Innovationspreis bedacht. Der WERSTEPLift erleichtert den Transport von schweren Lasten auf Groß- und Tagesbaustellen des Bau- und Ausbaugewerbes. Der WERSTEPLift ist von einer ungeübten Person in wenigen Minuten aufgebaut und betriebsbereit. Mit dieser technischen Neuerung wird dank der Kippstifte für die Montage kein Werkzeug benötigt. (www.profimetalltechnik.de)

Die dritte mit dem Innovationspreis ausgezeichnete Firma Jüke Systemtechnik GmbH aus Altenberge sticht durch ihr Chronect Quantos hervor. Das automatisierte System dient der Umweltanalytik, Lebensmittelkontrolle, Medikamentenentwicklung, Drogenanalyse sowie dem präzisen Handhaben giftiger oder teurer Substanzen im Labor. Diese technologische Neuheit verbindet eine exakte Dosier- und Wäge-technologie mit einer automatischen Probenvorbereitung und ist über einen drei-dimensional arbeitenden Roboter zu einem autonomen Gesamtsystem verknüpft. Das Produkt ist in Kooperation mit der Axel Semrau GmbH aus Sprockhövel und dem Duisburger Institut für Energie- und Umwelttechnik entstanden. (www.jueke.de)

Vierter Preisträger des Innovationspreises Handwerk in NRW 2019 ist die Firma Ulrich Rotte Anlagenbau und Fördertechnik GmbH aus Salzkotten, die einen flexibler Werkstückträger entwickelte, der sich selbstständig individuellen Produkteigenschaften wie Form, Gewicht und Steifigkeit anpasst und somit Zeit und Kosten einspart. Die Basis ist eine energieeffiziente Kraft-Weg-Regelung, welche die automatische Rekonfiguration ermöglicht. Diese Innovation entwickelte die Firma gemeinsam mit dem Fraunhofer IEM, MSF-VATHAUER Antriebstechnik und der Universität Paderborn. (www.ulrich-rotte.de)

Doch nicht nur beim Innovationspreis schnitt das Handwerk gut ab. So wurde der Fliesenlegerbetrieb StoneTec aus Bocholt mit dem Gründerpreis NRW 2019 ausgezeichnet. StoneTec nutzt Virtual-Reality-Technologie bei der Projektplanung mit seinen Kunden. Gleichzeitig gehen die Gründer Tim Dunkerbeck und Peter Hagdorn neue Wege, was die Bezahlung und Ausstattung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrifft. Mit Geld- und Sachspenden unterstützt die Firma außerdem örtliche Sportvereine und eine Musikschule. Damit ist das Unternehmen ein hervorragendes Beispiel dafür, wie modernes Handwerk heute in Nordrhein-Westfalen aussehen kann. (www.stonetec-bocholt.de)

Der Betrieb Schindler Orthopädie GmbH & Co. KG in Siegen beschäftigt Carmen Henn, die den VilmA-Preis 2019 des Sozialverbands VdK NRW erhalten hat. Die Fünfunddreißigjährige macht seit dem 01.08.2018 eine betriebliche Umschulung zur Orthopädietechnik-Mechanikerin bei der Schindler Orthopädie GmbH & Co. KG in Siegen. Dabei stellt sie z. B. Orthesen oder Beinprothesen für Patienten her, die von einer Amputation betroffen sind. Gerade im Bereich der Beinprothetik berät Frau Henn die Kunden besonders kompetent und authentisch, denn sie hat eigene Erfahrung. Vor etwa fünf Jahren kam sie infolge einer Krebserkrankung selbst als ratsuchende Patientin zur Schindler Orthopädie GmbH in Siegen – noch nicht ahnend, dass sie damit ihren späteren Arbeitgeber treffen würde. Ihr Chef, der Orthopädietechniker-Meister Heinz-Joachim Schindler, attestiert ihr einen unbändigen Willen, sich diesen anspruchsvollen Handwerksberuf zu erschließen. So viel Ehrgeiz und eine solche Motivation wie im Falle von Frau Henn habe er in 34 Berufsjahren noch nicht erlebt. (www.schindler-ot.de)

IQ Netzwerk NRW:

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in den Berufen des dualen Systems

Das Teilprojekt »Anpassungs- und Nachqualifizierungen im Kontext des Anerkennungsgesetzes« beim Westdeutschen Handwerkskammertag begleitet im Rahmen des Netzwerks Integration durch Qualifizierung seit Anfang des Jahres Teilnehmende, deren ausländischer Berufsabschluss in Deutschland nur teilweise anerkannt wird.

In Abstimmung mit den zuständigen Stellen bei den Handwerkskammern und der IHK FOSA konzipiert der WHKT in diesem Zusammenhang individuelle Qualifizierungsmaßnahmen, die zu einer vollen Gleichwertigkeit dieser Berufsabschlüsse mit den Abschlüssen im dualen System führen, sodass die Teilnehmenden anschließend dem Arbeitsmarkt als qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Im laufenden Jahr konnten auf diese Weise bereits 25 Personen die volle Gleichwertigkeit ihres ausländischen Berufsabschlusses mit dem deutschen Referenzberuf erwerben. Darüber hinaus betreut das Teilprojekt weitere 140 Personen, die entweder in Kürze ihre Einzelqualifizierungsmaßnahmen erfolgreich mit der vollen Gleichwertigkeit beenden oder eine derartige Maßnahme beginnen werden. Am häufigsten betroffen sind die Berufe Elektroniker, Kraftfahrzeugmechatroniker, Zahntechniker, Mechatroniker für Kältetechnik sowie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Neben einem Bescheid der zuständigen Stelle über die teilweise Gleichwertigkeit ihres Berufsabschlusses mit dem deutschen Referenzberuf gemäß dem Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen (BQFG) benötigen Teilnehmende vor Eintritt in die Einzelqualifizierung Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER). Bei der Durchführung der Einzelqualifizierungen arbeitet das Netzwerk eng mit verschiedensten Bildungsträgern insbesondere der Handwerksorganisationen zusammen.

Teilnehmende, die einen Bescheid der zuständigen Stelle erhalten haben, werden zumeist direkt von den Handwerkskammern zunächst an das Teilprojekt verwiesen. Dieses erstellt in Zusammenarbeit mit der zuständigen Stelle einen Qualifizierungsplan. Soweit möglich, erwerben die Teilnehmenden ihre fehlenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten anschließend durch die Teilnahme an den entsprechenden Lehrgängen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung.

Weitere Informationen zum Teilprojekt Anpassungs- und Nachqualifizierungen im Kontext des Anerkennungsgesetzes telefonisch unter 0211/3007-707 oder per E-Mail unter peter.dohmen(at)iq-netzwerk-nrw.de .

Neben dem WHKT ist auch die Handwerkskammer zu Köln Partner im Netzwerk Integration durch Qualifizierung. Das Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung (IQ)« zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

DesignTalente Handwerk NRW 2020:

Jetzt anmelden und Designkarriere starten

2020 können junge Handwerkerinnen und Handwerker wieder ihre Designkarriere starten und Preisgelder und Auszeichnungen abräumen. Im Wettbewerb DesignTalente 2020 können sie gestalterisch hochwertige Arbeiten zu den sachnahen Themenbereichen MÖBEL, SKULPTUREN, SCHMUCK, KLEIDUNG, MEDIEN, WOHNEN einreichen und damit die Chance auf einen Sieg und auf ein Preisgeld von 3.000 EUR wahrnehmen.  

Teilnehmen können alle Gesellinnen und Gesellen in einem Handwerksberuf in NRW, die erst nach dem 01. Juni 2020 ihren 31. Geburtstag haben. Die Möglichkeit zur Vormerkung bzw. Anmeldung ist unter www.designtalente-handwerk-nrw.de online gestellt. Es sind lediglich Fotos der Wettbewerbsarbeit einzusenden. Anmeldeschluss ist der 01. Juni 2020.

Die Siegerinnen und Sieger in Sachen »Design im Handwerk« werden am 11.10.2020 in den Räumen der Handwerkskammer Düsseldorf zu Ehren kommen, wenn dort die Preisverleihung zum Wettbewerb »DesignTalente Handwerk NRW 2020« stattfindet. Zeitgleich wird die Ausstellung mit Objekten des Wettbewerbes in der Zeit vom 05. bis zum 25. Oktober 2020 zu sehen sein.

Weitere Informationen zum Wettbewerb sind zu finden unter www.designtalente-handwerk-nrw.de.

NetQA:

Sonderfonds Qualifikationsanalysen – In 2019 Förderanfragen in Höhe von insgesamt 41.510 Euro eingegangen

Bis Anfang Dezember diesen Jahres wurden insgesamt 35 Anträge zur Förderung einer Qualifikationsanalyse gemäß § 14 Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) von den Zuständigen Stellen für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse beim WHKT gestellt. Die Mittel des Sonderfonds Qualifikationsanalysen werden im Rahmen des Verbund-Projekts »NetQA – Netzwerke für Qualifikationsanalysen« noch bis Ende 2021 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Verfügung gestellt.

Die Kosten für das Anerkennungsverfahren und somit auch für die Kompetenzfeststellung mittels Qualifikationsanalyse bei fehlenden schriftlichen Belegen sind in der Regel von den Antragstellenden selbst zu tragen. Der Sonderfonds Qualifikationsanalysen soll Personen eine Teilnahme an dem »sonstigen Verfahren« ermöglichen, die dieses Verfahren aus eigenen finanziellen Mitteln nicht bestreiten können und die Arbeitsverwaltung die Kosten nicht übernimmt. Diese Personen hätten sonst keine Chance auf Anerkennung ihrer ausländischen Berufsqualifikation.

Förderanzeigen wurden im Jahr 2019 fast ausschließlich für Erwerbstätige mit geringem Einkommen gestellt. Die meisten Antragstellenden stammen aus Syrien, den Balkanstaaten oder dem Iran. Die Top 3 Berufsgruppen sind Elektroniker/in, KFZ-Mechatroniker/in und Berufe aus den Bereichen Metall sowie Maschinen- und Anlagentechnik. Eine durchschnittliche, über den Sonderfonds geförderte, Qualifikationsanalyse findet an 1–2 Tagen als Arbeitsprobe mit Fachgesprächen in einem Berufsbildungszentrum statt.

Die Mittel zur Finanzierung von Qualifikationsanalysen können von allen zuständigen Stellen, die Berufsanerkennungen nach dem BQFG Bund oder den entsprechenden Landes-Gesetzen durchführen, beim WHKT beantragt werden.

Weitere Informationen zum Sonderfonds Qualifikationsanalysen und zum Projekt »NetQA« unter www.whkt.de/netqa.

Personalia

Im Rahmen der Vollversammlung der HWK Münster wurde Hans Hund für weitere fünf Jahre als Präsident an der ehrenamtlichen Spitze der Handwerkskammer bestätigt. Zum neuen Arbeitgeber-Vizepräsidenten wurde Jürgen Kroos und zum Arbeitnehmer-Vizepräsidenten Bernhard Blanke gewählt.

Die Vollversammlung der HWK Südwestfalen wählte Jochen Renfordt zum neuen Präsidenten der Handwerkskammer, der damit dem langjährigen Kammerpräsidenten Willy Hesse folgt. Neuer Vizepräsident für die Arbeitnehmerseite ist Michael Neuhaus aus Arnsberg, Reiner Gerhard wurde als Arbeitgeber-Vizepräsident für eine weitere Amtsperiode bestätigt.

Im Rahmen der Vollversammlung der HWK Dortmund ist Berthold Schröder als Präsident mit großer Mehrheit wiedergewählt worden und steht damit für weitere fünf Jahre an der Kammerspitze. Marc Giering folgt als Arbeitnehmer-Vizepräsident auf Klaus Feuler, Kerstin Feix wurde als Arbeitgeber-Vizepräsidentin im Amt bestätigt.  

Hans Peter Wollseifer ist von den Delegierten der Handwerksorganisationen in Wiesbaden mit überwältigender Mehrheit für eine dritte Amtszeit als Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) bestätigt worden.

Neu in das Präsidium des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) wurde Berthold Schröder, Präsident der HWK Dortmund, gewählt.