Konjunkturbarometer Nr. 83 – 01/2020: Corona-Krise traf Handwerk mit voller Wucht

Ergebnisse der Frühjahrsumfrage 2020 der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern

Die Frühjahrsumfrage 2020 fand unter ganz außergewöhnlichen Umständen statt: Mitten in die laufende Umfrage hinein platzten ab Mitte März die drastischen Eingriffe in das wirtschaftliche und öffentliche Leben, mit denen die Ausbreitung des Corona-Virus eingedämmt werden sollte. Auch im Handwerk standen mit einem Male viele Räder still – Betriebsschließungen, Liquiditätsengpässe, Auftragsmangel, Kurzarbeit, drohende Insolvenz prägten plötzlich den Alltag vieler Betriebe.

Seit Anfang Mai erfolgen Öffnungsschritte, um das wirtschaftliche Leben und unser Bildungssystem zurück in die Normalität zu führen. Das wird ein langer Weg werden, denn das Corona-Virus wird uns noch lange begleiten und unser soziales Miteinander prägen.

Es ist von der Politik vieles auf den Weg gebracht worden, um den betroffenen Betrieben zu helfen. Das nordrhein-westfälische Handwerk hält in dieser Krise zusammen und konnte gemeinsam einiges für die Betriebe erreichen. Die Soforthilfe von Bund und Land hat gerade den kleinen Betrieben Stabilität gegeben. Doch der Weg aus dieser Talsohle wird länger als viele es am Anfang vorhergesagt haben.

Aufträge machen derzeit besonders Mut! Handwerk will arbeiten, Handwerk will ausbilden, Handwerk will für seine Kunden da sein. Deswegen kommt es für uns in den kommenden Wochen darauf an, dass das wirtschaftliche Leben wieder Tritt fasst – selbstverständlich unter Beachtung von besonderen Abstands- und Hygieneregeln für Beschäftigte und Kunden und mit aller Vorsicht und Verantwortung, die jetzt jeder einzelne von uns walten lassen muss.

Gleiches gilt für die Bildungseinrichtungen. Die Handwerksorganisationen stellen die Angebote beruflicher Bildung auf verantwortliche Weise wieder bereit. Denn für den Aufschwung, der vor uns liegen kann, brauchen wir zuallererst Fachkräfte. Kleinere Lerngruppen und digitale Lernformate werden dafür benötigt und können sogar wertvolle Innovationen für die berufliche Bildung mit sich bringen.

Die Corona-Krise stellt die größte Herausforderung für unsere Wirtschafts- und Sozialordnung seit Einführung der Sozialen Marktwirtschaft 1948 dar. Sie ist längst nicht ausgestanden, aber wir müssen den festen Willen haben, dass wir gestärkt aus dieser Krise herauskommen – mit Verantwortungssinn, mit Solidarität, mit Innovation und Reformbereitschaft.

Bleiben Sie gesund!

Hans Hund, WHKT-Präsident
Matthias Heidmeier, WHKT-Hauptgeschäftsführer


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